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Rattenplage: Küche wird nicht mehr genutzt

Artikel vom 04.02.2012 - 12.00 Uhr

Rattenplage: Küche wird nicht mehr genutzt

Bad Nauheim (ihm). Ratten! Manch einer findet sie niedlich, anderen sträuben sich die Haare. Das ist besonders der Fall, wenn sie plötzlich eindringen – so wie bei Anke Vellmer und Marc Fuchs aus der Altstadt. Das Paar lebt in direkter Nachbarschaft mit einem Messie, der offenbar eine Rattenplage verursacht hat.

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Die Ratten nagen durch, was sie in die Zähne bekommen, wie Anke Vellmer zeigt. (Fotos: ihm)
Die Tiere laufen bei Vellmer und Fuchs unter den Böden entlang, nagen an Füllmaterialien, richten beträchtliche Schäden an. Seit Sommer ist das Gesundheitsamt benachrichtigt, doch die Ratten sind noch da. Das Paar hat einen Anwalt eingeschaltet. Jetzt will der Wetteraukreis handeln: Wie Matthias Flor (Referent Landrat) erklärte, schreitet die Hygienebehörde nächste Woche ein. Man habe dem Messie Zeit geben müssen, aktiv zu werden.

Anke Vellmer ist verzweifelt: »Mir blutet das Herz, weil unser Haus kaputtgeht.« Sie und ihr Lebensgefährte Marc Fuchs hatten das Fachwerkgebäude aus dem 18. Jahrhundert 2003 gekauft. »Seit 100 Jahren ist es in zwei Hälften geteilt. Der andere Teil gehört einem älteren Herrn, der schon etwa 30 Jahre dort wohnt«, erzählt die 35-Jährige. Wie das Paar bei einem Besuch vor Jahren feststellte, ist das Haus des Nachbarn mit Gegenständen und Müll zugestellt. Sie und ihr Lebensgefährte tolerierten die Eigentümlichkeit, arrangierten sich. Das änderte sich letzten April. »Der Nachbar kam auf meinen Mann zu und sagte, er hat Ratten. Ob es uns auch so gehe?« Vellmer und Fuchs suchten alles ab, entdeckten nichts. Eines Tages begannen ihre beiden Hunde, immerzu die Wand zum Nachbarhaus anzuschauen. »Nicht viel später hörten wir Fressgeräusche im ganzen Gebäude und Revierkämpfe. Das spielt sich unter den Fußböden oder über den Decken ab.« Glück im Unglück: Die Ratten laufen nicht in ihrer Wohnung herum.

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Küche ade: Die Möbel stinken nach Ratten-Urin und sind nicht mehr zu verwenden
Im Juli informierte das Paar das Kreisgesundheitsamt und die städtische Ordnungsbehörde. Dort habe man zugehört, aber nicht aktiv reagiert. Einen Monat darauf saß Vellmer in der Wohnküche und las Zeitung. Zufällig schaute sie nach oben: »Was ist das?« Die Ratten hatten sich in einer Ecke durchgefressen, ein Tier guckte durchs Loch. Vellmers Lebensgefährte ist Handwerker, entschied aber, das Loch offen zu lassen, um einen Beweis zu haben. Stattdessen stopfte er einen Lappen hinein. Ergebnis: »Die Ratten zogen das Tuch rein und nagten es an.«

»Todesschreie«

Im Spätsommer kam der Hygiene-Inspektor des Gesundheitsamts. Er forderte den Nachbarn auf, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Passiert sei nichts – abgesehen davon, dass der Nachbar Fallen aufstellte. Standort war ein Außengerüst, auf dem der Mann ebenfalls seine Sachen stapelt. »Jeden Abend mussten wir uns Todesschreie der Ratten anhören«, schüttelt sich Vellmer. Die Plage nahm nicht ab. Von den Decken rieselte Füllmaterial. Lag sie nachts im Bett unter der Schräge, dachte sie, die Ratte falle ihr gleich entgegen – so laut waren die Fressgeräusche. Als es im November begann, in der Küche nach Ratten-Urin zu riechen, baute das Paar die Möbel ab. »Seitdem benutzen wir die Küche nicht mehr.«

Auf vehementes Reklamieren beim Gesundheitsamt kam der Hygiene-Inspektor noch einmal. Wieder forderte er den Nachbarn auf, Abhilfe zu schaffen. Wie Vellmer vom städtischen Ordnungsamt hörte, sei in dieser Sache eine behördliche Anordnung ergangen. »Doch nach wie vor tut sich nichts.« Auf eigene Rechnung beauftragte das Paar einen Gutachter für ein Beweissicherungsverfahren. Auch ein Rechtsanwalt ist seit längerem eingeschaltet. Vellmer: »Wir wären ja bereit, einen Kammerjäger zu bezahlen. Aber das nützt nichts, weil die Quelle des Übels dadurch nicht behoben wird. Was kann man machen? Gar nichts. Man kann nur zusehen, wie das Haus aufgefressen wird.«



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Artikel vom 04.02.2012 - 12.00 Uhr
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Leserkommentare
(05.03.2012 00:24)
Schleissheimer
@zettel24
Nein, ich bin weder der Nachbar noch involviert.
Ich ärgere mich über diese völlig unprofessionelle Berichterstattung und darüber dass der Nachbar öffentlich als Messi diskriminiert wird!
Wäre ich der Nachbar, dann wäre jetzt Krisenstimmung in der WZ-Redaktion.
Außerdem kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen. In einem alten Haus mit jeder Menge Ritzen in Decken und Böden dringen Ratten ein, sobald sie einen Zugang finden. Das muss überhaupt nichts mit Unordnung zu tun haben. Und die beschriebene Tatsache, dass der Nachbar die Ratten zuerst entdeckt hat, lässt auch nur den Schluss zu, dass er womöglich etwas aufmerksamer ist.
(07.02.2012 09:22)
zettel24
Rattenplage
@Schleissheimer
Ihr ausführlicher Kommentar lässt darauf schließen, dass Sie über mehr Informationen verfügen, als im WZ-Artikel stehen. Es wäre schön, wenn Sie uns an diesen Informationen teilhaben ließen. Vielen Dank!
Darüber hinaus vermute ich stark, dass Sie in diesen Fall involviert sind. Sind Sie etwa der Nachbar??
(06.02.2012 22:15)
bla
Küchenbild
Ist die Küche auf dem Bild die Küche des angeblichen "Messie"?
(05.02.2012 12:23)
Schleissheimer
Rattenplage
Also fassen wir zusammen:
1.) Familie Vellmer/Fuchs kauft die Hälfte eines fast 100 Jahre alten Hauses, in dem (heute?) Ratten leben.
2.) Der Nachbar entdeckt die Untermieter zuerst und spricht Familie V/F an.
3.) Diese entscheiden, ohne einen Fachmann zu befragen, das Problem zu ignorieren.
4.) Familie V/F entdeckt die Ratten erst, als diese sich persönlich vorstellen.
5.) Familie V/F folgert, dass der Nachbar der Verursacher sein muss, weil er die Ratten zuerst bemerkt hat und "das Haus des Nachbarn mit Gegenständen und Müll zugestellt" ist.
6.) Familie V/F bemerkt nicht, dass sie ihre eigene Argumentation widerlegen, da die Ratten auch in saubere Wohnungen einziehen, wie sie erfahren durften.
7.) Familie V/F startet eine Handtuch-Attacke gegen die Ratten.
8.) Diese wird von den Ratten mühlos abgewehrt. Sie beschliessen schweres Geschütz aufzufahren und spannen Ordnungsbehörde und WZ vor ihren Karren.
9.) Die Ordnungsbehörde klingelt erfolglos und unsere WZ lässt sich zu einer Rufmordkampangne hinreißen und bezeichnet ihn öffentlich als "Meesi"!
Soweit die Situation. Wie könnte es weiter gehen?
1.) Familie V/F erkennt, dass auch dieser Weg die Ratten nicht zum Auszug bewegen wird.
2.) Das Ordnungsamt fordert auch Familie V/F auf, aktiv zu werden.
2.) Der Nachbar gewinnt seine Schadensersatzklage gegen die WZ und ist nun wieder gesprächsbereit.
3.) Familie V/F und der Nachbar beauftragen endlich den Kammerjäger und sanieren danach gemeinsam ihr Haus.
schön wärs...
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