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Rattenplage: Behörde verschafft sich Zutritt

Artikel vom 07.02.2012 - 15.14 Uhr

Rattenplage: Behörde verschafft sich Zutritt

Bad Nauheim (ihm). Hinsichtlich der Rattenplage in einem Haus in der Altstadt zeichnet sich eine Lösung ab. Am Dienstag soll sich ein Schädlingsbekämpfer die Sache ansehen und die Nagetiere aus dem Zwei-Familien-Fachwerkhaus verscheuchen, nachdem Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamts am Montag in der Wohnung des mutmaßlichen Verursachers waren, der als Messie gilt.

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Baustelle: Anke Vellmer und Marc Fuchs können ihre Küche nicht mehr wie gewohnt nutzen. (Fotos: ihm)
Zur Vorgeschichte: Anke Vellmer und Marc Fuchs, die dort wohnen, hatten die Behörden erstmals im Sommer alarmiert, warten seitdem vergeblich darauf, dass das Problem gelöst wird. Ein Mann, mit dem sie Wand an Wand leben, hat offenbar die Rattenplage verursacht. Wie die beiden Betroffenen der WZ schilderten, hätten sie den Rattenbefall im April bemerkt. Im Juli registrierten Vellmer und Fuchs, dass sich die Tiere zu ihnen durchgenagt hatten, wenn auch nicht bis in die Wohnung. Man höre jedoch, wie die Ratten unter den Böden und über den Decken herumrennen. Sie fräßen Füllmaterialien, hätten an einer Stelle bereits ein Loch in der Decke hinterlassen und richteten beträchtlichen Schaden an. Seine Küche benutzt das Paar nicht mehr. Mehrfach hatten Behördenvertreter den mutmaßlichen Verursacher aufgefordert, Abhilfe zu schaffen – erfolglos. Teilweise wurde ihnen wohl nicht geöffnet. Am gestrigen Montag nahm das Gesundheitsamt einen weiteren Anlauf, Zugang zu der Wohnung zu erhalten.

Tür lässt sich kaum öffnen

Vor dem Haus, in dem die Rattenplage herrscht, wärmt sich eine Frau die Hände an heißem Kaffee. Sie arbeitet beim Gesundheitsamt, ist etwas eher da als ihre Kollegen. Anke Vellmer kommt auf die Straße, sie sieht müde aus. »Ich konnte nicht schlafen«, erzählt sie. Die ganze Nacht habe eine Ratte an einem Balken genagt. Zudem sei sie aufgeregt wegen des Termins. Sie habe Angst, dass der Nachbar nicht aufmacht. Der Behördenvertreterin zeigt Vellmer die Kopie eines Zettels, den sie dem Mann am Vortag eingeworfen hatte: »Bitte denken Sie an den Termin.«

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Hofft jetzt auf ein Ende der Rattenplage: Anke Vellmer.
Ein Auto fährt vor, drei Mitarbeiter des Gesundheitsamts steigen aus: Verwaltungsleiter, Hygiene-Inspektor und Facharzt. Zwei Beschäftigte der städtischen Ordnungsbehörde stoßen dazu. Vellmer klopft an die Haustür des Nachbarn. Nichts tut sich, obwohl die Behörde sich angekündigt hat. Die Gruppe berät, was zu tun sei – als ein Fenster aufklappt. »Was wollen Sie denn?«, ruft der Nachbar. Antwort: »Mit Ihnen sprechen. Machen Sie doch mal die Tür auf.« Gesagt, getan. »Dürfen wir hereinkommen?« Der Mann erteilt die Erlaubnis, ins Innere vorzudringen, erweist sich jedoch als schwierig. Wie es aussieht, ist der Flur mit Gegenständen zugestellt, die Tür geht nicht komplett auf. Langsam betreten die Männer das Gebäude, nach einer Weile kommen sie wieder heraus. Fragen der WZ wollen sie nicht beantworten.

Rattenkot in geringer Menge

Wie Kreispressesprecher Michael Elsaß auf Anfrage mitteilt, hat die Behörde für den heutigen Dienstag einen weiteren Termin mit dem mutmaßlichen Messie vereinbart. Ein Schädlingsbekämpfer werde sich alles ansehen. Sämtliche weiteren Schritte sollen Elsaß zufolge möglichst einvernehmlich und gütlich organisiert werden. Ratten hätten die Mitarbeiter nicht gesehen, lediglich Rattenkot in geringer Menge.

Wie Vellmer und Fuchs erzählen, haben sie die Ratten durchaus gesehen. Es handele sich um nachtaktive Tiere. An einem der letzten Abende sei das Paar bei dem Nachbarn im Haus gewesen. Er habe sie davon überzeugen wollen, dass seine Böden und Wände dicht sind. Fuchs: »Fünf oder sechs Ratten liefen in der Küche herum. Ich habe nur gesagt: ›Schnell raus hier!»« Erleichtert sind sie nach dem Besuch der Behörde nicht. Sie fragen sich, wer ihnen ihre Schäden ersetzt.

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Artikel vom 07.02.2012 - 15.14 Uhr
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