Hat das Elvis-Festival eine Zukunft? Ja, sagt Oskar Hentschel. Der Vorsitzende des Elvis-Presley-Initiativkreises Gelsenkirchen befürchtet aber, ein zweijähriger Turnus könnte sich negativ auf die Besucherzahlen auswirken. »Das wäre eine Rückkehr in die Zeiten, als man die beiden Städte mit der Nase auf den berühmten Gast stoßen musste.« Hentschel, zugleich Mitglied in der Elvis-Presley-Gesellschaft, will noch in diesem Jahr in der Wasserburg Lüttinghof eine Elvis-Dauerausstellung eröffnen. Weit über 1000 Elvis-Exponate hat der Initiativkreis gesammelt: Briefe, handschriftliche Liedtexte, Kleidungsstücke, sechs Gitarren aus Elvis’ Besitz, davon einige mit Widmung, und eines von zwei Elvis-Fahrrädern. »Die Sammlung gehört eigentlich nach Bad Nauheim oder Friedberg«, sagt Hentschel. Mehrfach hat er Ausschau nach Räumen für ein Museum gehalten, ohne Ergebnis. Witzel habe nicht »angebissen«, und in Friedberg komme die Umwandlung der Kaserne nicht voran. Deshalb nun die Ausstellung im Gelsenkirchener Wasserschloss. »Aber die Chance für Bad Nauheim und Friedberg ist nicht vorbei«, sagt Hentschel, der für ein Museum einen »nennenswerten Teil« der Sammlung zur Verfügung stellen würde - wenn eine der beiden Städte Räume zur Verfügung stellt.
Was lockt die Fans an?
Für Bürgermeister Witzel gehört Elvis »ganz klar zur Stadtgeschichte«, und wenn es wieder eine Stadtmuseum gibt, werde es eine eigene Abteilung über den Rock’n’Roller geben. Wenn. Ein eigenes Elvis-Museum wird die Stadt nicht initiieren. Denn da gibt es noch Jugendstil, Salz und Rosen. »Ja«, sagt Hentschel, »aber man muss abwägen: Was bringt wieviel für die Stadt? Was lockt Fans aus der ganzen Welt in die Wetterau?« Beim Festival seien Fans aus den USA, aus Neuseeland, England und vielen anderen Ländern gekommen. Davon profitierten auch die Hotels in der Stadt. Das ist in der Tat so. »Wir waren lange vorher ausgebucht«, erfährt man vom Best Western Hotel Rosenau, nicht anders war es im Arabella Hotel und im Hotel Spöttel. Dessen Inhaberin Edith Siegesmund, selbst großer Elvis-Fan, organisiert für die Stammgäste einen Cadillac und andere Events. »Fürs nächste Festival sind wir auch schon zu 100 Prozent ausgebucht«, sagt Siegesmund. Selbst beim Hotel Dolce als dem größten Haus am Platz freut man sich über das Festival, obwohl es dort, wie Hotel-Manager Harald Hock sagt, nicht von wirtschaftlicher Bedeutung ist. 15 Elvisfans mieteten sich in diesem Sommer dort ein. Hock: »Das Festival ist ein Imagegewinn für Bad Nauheim.«
Einer, der zwischen allen Stühlen sitzt, ist Hans-Ulrich Halwe. Der Bad Nauheimer ist Ehrenvorsitzender des Elvis-Presley-Vereins und führt im Auftrag der Stadt Gäste zu Elvis-Orten. Halwe glaubt, dass sich die Kontrahenten wieder zusammenraufen. »Es kann nur besser werden.« Rivalitäten sei ja auch ein Ansporn. Zwei Dinge haben ihn beim Elvis-Festival gestört: dass die Großveranstaltung mit »Rio the Voice of Elvis« in Florstadt und nicht in Bad Nauheim oder Friedberg über die Bühne ging und dass es kein gemeinsames Programm mit allen Veranstaltungen gab.
Halwe kennt Fans aus vielen Ländern, und er weiß, was die sich wünschen: Ein Elvis-Museum am einzigen wahren Elvis-Erinnerungsort in Europa. Das ziehe Besucher an, Beispiel Dänemark: In Randers gibt es bereits ein Elvis-Museum, jetzt entsteht dort eine Kopie der Graceland-Villa, erbaut mit EU-Mitteln. Halwe: »Sowas könnte auch bei uns entstehen.«