Bad Nauheim (bk). In sieben Wochen geht die Landesgartenschau (LGS) zu Ende - höchste Zeit für die politisch Verantwortlichen, sich Gedanken über die Zukunft der beiden Veranstaltungsgelände zu machen.
Umgedacht: Der Bürgermeister will den Zaun entlang der Park- und Terrassenstraße doch stehen lassen. Tagsüber soll freier Eintritt gewährleistet sein, nachts könnten die Tore verschlossen werden. (Foto: nic)
»Dabei geht es vor allem um zwei Ziele: Für das Goldstein-Gebiet ist ein vernünftiges Nutzungskonzept zu entwickeln, und in beiden Parks muss das städtische Eigentum wirkungsvoll geschützt werden«, sagte Bürgermeister Bernd Witzel. Beim Thema Sicherheit macht der Rathauschef einen Vorschlag, mit dem er sicherlich Kritiker auf den Plan rufen wird. Witzel schwebt vor, nicht nur einen Großteil des Goldsteinparks eingezäunt zu lassen, sondern auch die Einfriedung des Kurparks entlang der Park- und Terrassenstraße zu erhalten. »Um es klipp und klar zu sagen: Beide Gelände sollen tagsüber immer geöffnet sein, und es wird kein Eintritt verlangt«, unterstreicht der Bürgermeister.
Bislang hieß es stets, der Zaun um den Kurpark werde nach der LGS abgebaut. Jetzt hat Witzel umgedacht, weil er keine andere Lösung sieht, um dem Vandalismus Herr zu werden. »Vor Beginn der Landesgartenschau sind im Kurpark allein in diesem Jahr Schäden in Höhe von rund 50 000 Euro angerichtet worden«, erklärte der Bürgermeister. Einige Beispiele: Laternenpfähle seien abgeknickt, Bänke aus ihrer Verankerung gerissen und Baldachine der Sitzgelegenheiten angezündet worden. Seit der Zaun geschlossen sei, habe es keinen einzigen Vorfall dieser Art mehr gegeben. Im Gegensatz zum frei zugänglichen Sprudelhof, wo Randalierer kürzlich erneut zugeschlagen hätten. Witzel: »Zu Staatsbad-Zeiten wurde darüber nachgedacht, das Jugendstil-Ensemble einzuzäunen. Das ist aber nicht praktikabel.«
Würde die Kurpark-Einfriedung im Herbst wieder entfernt, werde es mit Sicherheit erneut zu Beschädigungen kommen. Angesichts der leeren Kassen könne sich die Stadt weder ständige Reparaturkosten noch den Einsatz privater Sicherheitsfirmen leisten. Der Rathauschef will daher die Zäune entlang der Terrassen- und Parkstraße stehen lassen und den Zugang durch Tore ermöglichen, die nachträglich installiert werden müssten. »Wir hätten dann die Option, um 22 Uhr zuzusperren und bei größeren Veranstaltungen den Zugang zu kontrollieren«, sagte der Bürgermeister.
Die Sicherheitsfrage stellt sich im Goldsteinpark noch mehr als in der Innenstadt. Das Gelände ist abgelegen, zudem wurden dort enorme Summen investiert. So hat sich die Stadt das Gartenforum 620 000 Euro kosten lassen, in den Waldspielplatz wurden 320 000 Euro investiert. »Kommt der Zaun weg, sind diese und andere Einrichtungen den Randalierern schutzlos ausgeliefert«, betonte Witzel. Er möchte das Gebiet umzäunen, das von Adlerweg, den Straßen Am Goldstein und An der Birkenkaute sowie dem Aussichtsturm begrenzt ist. Tagsüber sollen die Tore für alle Besucher geöffnet sein.
Themengärten sollen bleiben
In Sachen Nutzungskonzept führe die Stadt intensive Gespräche. Im Gartenforum wird laut Witzel tagsüber die Kiks-up-Akademie ihren Sitz haben. Außerdem hätten mehrere Vereine, darunter die Jäger, ihr Interesse angemeldet. Sie müssten sich mit eine kleinen Beitrag am Erhalt des Gebäudes und den Nebenkosten beteiligen. »Mit den Gartenbaubetrieben wurde bereits über den Fortbestand der Themengärten verhandelt. Möglicherweise können weitere Musteranlagen entstehen«, sagte der Rathauschef. Alle hätten sich einverstanden erklärt, zumal damit ein langfristiger Werbeeffekt verbunden sei. Allerdings wollten die Betriebsinhaber nur mitziehen, wenn die Sicherheit gewährleistet ist. Gebildet werden soll eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Kreisgärtnermeister Horst Claussen.
Für Pflege und Erhalt aller Anlagen muss die Stadt Geld bereitstellen. Witzel will diesbezüglich Gespräche mit dem zuständigen hessischen Ministerium und dem Wetteraukreis über eine finanzielle Beteiligung führen. Erfreut reagierte der Bürgermeister auf die Anregung von Bewohnern des Goldstein-Neubaugebiets, die sich bereit erklärt hätten, Blumenbeete zu betreuen. In einer Bürgerversammlung sollen Einzelheiten besprochen werden.
wurde der Bevölkerung im östlichen Teil als antifaschistischer Schutzwall schmackhaft gemacht. Die eigentliche Ursache war aber, dass die Leute abgehauen sind, weil die Lebensumstände so miserabel waren. Anstatt die Ursachen für Randale anzugehen, wird in Bad Nauheim versucht die Symptome zu verhindern. Als Hauptargument wird Kosteneinsparung vorgetäuscht. Die Zaunanlagen um das LGS-Gelände wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach beschädigt, da ist ja wohl klar, das dies nach der LGS nicht mehr vorkommt.
Anstatt die Ursachen für Randale anzugehen, wird in Bad Nauheim versucht die Symptome zu verhindern. Als Hauptargument wird Kosteneinsparung vorgetäuscht.
Die Zaunanlagen um das LGS-Gelände wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach beschädigt, da ist ja wohl klar, das dies nach der LGS nicht mehr vorkommt.