Bad Nauheim (ihm). Der Kunstpädagoge Klaus Ritt ist Vorsitzender von
»Kunstvoll«. Trotz der Querelen im Vorfeld wurde der Verein am
Montagabend gegründet. Einige Änderungen der Satzung waren
erforderlich. Ein Passus wurde eingefügt, der ein Zwischenziel
formuliert: Der Verein will sich für das Ausstellungs-Projekt in der
Galerie Trinkkur einsetzen und es ermöglichen.
Der Vorstand des Vereins mit (v.l.) Klaus Ritt, Patricia Mayer, Detlef Cammert und Kurt Köhler.
Kuratoren sind: Manfred Damm (emeritierter Hochschullehrer für Fotografie, Zeichnen, Film), Jürgen Wegener (Grafikdesigner), Hiltrud Hölzinger (Grafikerin) und Barbara Heinisch (Malerin). Die Kuratoren sind für die künstlerischen Projektinhalte zuständig.
Ein Mann mit Schlapphut und Zigarillo stand vor dem Eingang des Sportheims. Das Publikum wirkte, zumindest hier und da, nicht minder künstlerisch. Schwarze Kleidung, bunte Tücher. 50 Interessenten waren gekommen, Vertreter der Politik sah man nicht. Stadträtin Siegrid Bourdin (3B) war die Ausnahme, sie stellte sich sogar für ein Amt zur Verfügung.
Johannes Lenz (städtischer Fachbereichsleiter Sport und Kultur) übernahm die Moderation. Auf dem Programm standen das Verabschieden der Vereinssatzung sowie die Wahl von Vorstand und Kuratorengruppe. »Die Satzung muss etwas modifiziert werden, da sich die Ereignisse überschlagen haben«, sagte Lenz. Er erzählte die Vorgeschichte: Auf erste Gespräche folgten ermutigende Signale aus der Politik und viele Sitzungen. Plötzlich kam es zur Ernüchterung. Parlamentarier und Leserbriefschreiber meldeten sich innerhalb der letzten Wochen kritisch zu Wort. Sie beanstandeten beispielsweise das Finanzierungskonzept: Für das ganzjährige Organisieren von Ausstellungen sollen die Ehrenamtlichen einen Zuschuss von 30 000 Euro bekommen. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte das Vorhaben letzte Woche einstimmig auf die lange Bank geschoben.
Der Satzung wurde darum eine Formulierung hinzugefügt. Demnach gehört es zu den Zielen, das Konzept weiterzuentwickeln und zu realisieren. Der Zankapfel »kostenfreie Überlassung der Räume und jährlicher Zuschuss der Stadt« wurde aufs Stichwort »Zuschüsse« verkürzt. Organe sind Vorstand, Kuratorengruppe und Mitgliederversammlung. Einstimmig verabschiedete das Auditorium die Satzung. Verschiedene Teilnehmer schlugen Klaus Ritt als Vorsitzenden vor. Er erklärte sich zur Kandidatur bereit, appelliert jedoch an andere, sich ebenfalls zu bewerben. Detlef Cammert und Rita Greve traten an. Beide erhielten viele Stimmen, Ritt setzte sich indes durch. Zur Stellvertreterin wurde Kunsthändlerin Patricia Mayer gewählt. Kassenwart ist Kurt Köhler, Schriftführer Detlef Cammert. 43 Sitzungsteilnehmer traten als Mitglied bei. Zweimal pro Monat werden künftig Treffen veranstaltet. Lenz zog ein positives Fazit: »Durch den negativen Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses haben wir das Ziel zunächst verfehlt. Darum ist es erfreulich, dass so viele Leute den Weg hierher gefunden haben und bereit sind, den Verein zu unterstützen.«