Kerckhoff-Klinik: Förderverein verleiht erstmals Publikationspreise
Bad Nauheim (lk). Mehrere Jahre lang saß Dr. Stephanie Lefèvre im Labor, grübelte und forschte. Sie wollte wissen, wie sich Rheuma von erkrankten auf gesunde Gelenke ausbreitet. Schließlich fand die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kerckhoff-Klinik die Antwort.
Die vier Preisträger haben allen Grund sich zu freuen (von links): Dr. Christian Troidl, Dr. Johannes Rixe, Dr. Stephanie Lefèvre und Prof. Dr. Tibo Gerriets. (Foto: Kaufmann)
Weil die Ergebnisse der 30-jährigen Biologin im vergangenen Winter sogar vom international angesehenen Wissenschaftsmagazin »Nature Medicine« veröffentlicht wurden, verlieh ihr der Förderverein der Kerckhoff-Klinik am Montag einen mit 2500 Euro dotierten Publikationspreis.
Freudestrahlend und unter Applaus nahm Stephanie Lefèvre im Ärztehaus den ersten Preis des Vereins der Freunde und Förderer der Kerckhoff-Klinik entgegen. Die im Rahmen ihrer Promotion geschriebene Arbeit zeigt, dass für die Ausbreitung von Rheuma spezielle Bindegewebszellen verantwortlich sind. Diese wandern von erkrankten Gelenken in den Blutkreislauf ab und gelangen gezielt in gesunde Gelenke, wo sie einen neuen Arthritisherd bilden.
Neben Lefèvres Abhandlung wurden drei weitere wissenschaftliche Arbeiten geehrt, ebenfalls von Mitarbeitern der Kerckhoff-Klinik. Denn nur die dortigen Forscher und Mediziner können den erstmals verliehen Preis erhalten.
»In Zukunft wollen wir jährlich die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten honorieren«, kündigte Dr. Katharina Madlener an. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins sagte, auf diese Weise solle das wissenschaftliche Engagement der Forscher öffentliche Anerkennung finden und die Position der Kerckhoff-Klinik als innovatives medizinisches Zentrum gestärkt werden. Bei der Vergabe entscheidet der Vorstand des Vereins mit Hilfe des so genannten Journal Impact Factors (JIP). Dieser misst, wie häufig Artikel einer Fachzeitschrift in anderen Zeitschriften zitiert oder genannt werden. Eine Fachzeitschrift ist demnach umso angesehener, je höher ihr Impact Factor ist. Der JIP des »Nature Medicine« sei Weltspitze. »Dort etwas zu veröffentlichen, davon träumt jeder Wissenschaftler.«
Auch die anderen ausgezeichneten Arbeiten haben es in sich: Prof. Tibo Gerriets landete auf dem zweiten Platz. Er hat sich - in Kooperation mit Dr. Markus Schönburg - mit dem Einsatz von Gasfiltern in Herz-Lungen-Maschinen beschäftigt. Der dritte Platz ging an Dr. Christian Troidl, dessen Arbeit sich mit der Rolle zweier Macrophagen-Populationen nach überstandenem Herzinfarkt auseinandersetzt. Dr. Johannes Rixe, der Viertplatzierte, hat sich mit der Strahlenbelastung von Patienten beschäftigt, deren Herzkranzgefäße mit dem Computertomographen untersucht wurden.
Ulrich Jung, Vorstandsmitglied der Kerckhoff-Klinik, nahm die Preisverleihung zum Anlass, um sich zu künftigen Aktivitäten zu äußern. Die Förderung der medizinischen Forschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses sei nicht das einzige Ziel des Vereins. »Darüber hinaus werden wir uns auf dem Gebiet der Pflege und Seelsorge engagieren und uns für die sozialen Belange unserer Patienten einsetzen«, sagte Jung.