Bad Nauheim (pm/jw). Im Dezember 2007 wurde die Sprudelhof-Stiftung zur Entwicklung, Sanierung, Erhaltung und Pflege des Jugendstilensembles besiegelt.
Still sprudelt der Sprudel, doch die Zeit läuft der Politik davon, finden SPD und UWG. Sie fordern die Stiftung Sprudelhof auf, umgehend eine Sitzung einzuberufen. (WZ-Foto: Archiv)
Bis 2013 will das Land Hessen 54 Millionen Euro in die Sanierung des
Sprudelhofs investieren; die ursprünglichen Pläne sahen vor, die Anlage
zum Wellness-Zentrum zu entwickeln, mit Hotel und neuem Thermalbad.
Doch das Nutzungskonzept für den Sprudelhof lässt auf sich warten, was
der SPD und der UWG gar nicht gefällt. Die Sozialdemokraten fordern den Vorsitzenden des Kuratoriums Sprudelhof, MdL Norbert Kartmann (CDU), und seinen Stellvertreter Bernd Witzel (UWG) auf, umgehend eine Sitzung des Kuratoriums einzuberufen. Die UWG schreibt in einer Anfrage zur nächsten Stadtverordnetenversammlung, seit Gründung der Stiftung sei im Sprudelhof kaum Sichtbares geschehen, obwohl Fristen gesetzt seien, laufe die Zeit sichtlich davon. »Man gewinnt den Eindruck, dass der Vorsitzende des Kuratoriums, MdL Kartmann, und seine Mitglieder die Angelegenheit nicht ernsthaft verfolgen«, schreibt Stadtverordneter Helmut Münch und fügt einen Fragenkatalog zum Thema an.
Nach Erkenntnissen der SPD lag bereits Ende des vergangenen Jahres ein Entwurf des Markterkundungsverfahren zum Sprudelhof vor. »Dennoch hat das Kuratorium darüber in diesem Jahr noch nicht beraten - seine Mitglieder wurden mit Verweis auf die finale Fassung vertröstet. Seit mehreren Monaten herrscht Funkstille«, sagt der SPD-Vorsitzende Gernot Sattler. Zum Teil seien anberaumte Sitzungen auch des Stiftungsbeirats kurzfristig abgesagt worden, mehrere mündliche Nachfragen des Kuratoriumsmitglieds Dr. Helmut Francke, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament, nach einem Termin seien ohne konkretes Ergebnis geblieben, die letzte vage Terminaussage sei jetzt Ende Juni. Diese Situation ist nach Ansicht von Sattler »weder nachvollziehbar, noch akzeptabel«.
Sattler weiter: »Die bisher durchgesickerten Informationen bezüglich der Studienergebnisse würden es eigentlich erlauben, die Diskussion über die Nutzung von Teilen des Sprudelhofs endlich aufzunehmen. Der Plan, auf dem Parkdeck ein Hotel zu bauen, wird demnach nicht befürwortet. Das bietet die Möglichkeit, für den westlichen Teil des Sprudelhofs Nutzungen zu definieren und ihn entsprechend zu beplanen. Dies wird allerdings blockiert, solange das Kuratorium keine Entscheidungen trifft.«
Damit wird nach Ansicht der SPD die Chance vertan, endlich Bewegung in die Sanierung des Sprudelhofs zu bringen. Sattler: »Die gut ausgearbeitete Vorlage der Koordinierungsgruppe Sprudelhof böte dazu interessante Anregungen, die durchaus Teil der anzustellenden Überlegungen sein könnten. Doch um darüber beraten zu können, muss das Kuratorium und auch der Beirat der Stiftung zusammenkommen.«
Die SPD erstaune es ebenso, »dass die Ergebnisse des Markterkundungsverfahrens anscheinend nur einzelnen Mitgliedern des Kuratoriums verfügbar sind«, so Sattler. Dies entspreche »nicht den Vorstellungen der SPD von einer transparenten Beratungskultur und der notwendigen - als auch sonst üblichen - Gleichberechtigung unter den Kuratoriumsmitgliedern«.