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Großer Bahnhof für die 100 000-Liter-Kuh

Artikel vom 27.01.2012 - 11.08 Uhr

Großer Bahnhof für die 100 000-Liter-Kuh

Bad Nauheim (jw). Ein Sprichtwort besagt: »Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe!« Wer aber die Mühe aufbringt, wird mit dem belohnt, was Kühe vor allem geben: Milch, manchmal sogar sehr viel Milch. Im Fall der 14-jährigen Holstein-Friesen-Schwarzbuntkuh Jamaika sind es stolze 100 000 Liter, eine Lebensleistung, die nur jede 5000ste Kuh in Hessen erreicht.

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Stolze Leistung (von links): Stefan und Fabian Hartmann, Schülerpraktikant Stefan Bürger, Christian Hartmann, Seniorchef Erich Hartmann und Azubi Torben Reitz mit Milchkuh Jamaika. (Fotos: Wagner)
Jamaika ist auf dem Wilhelminenhof der Familie Hartmann zu Hause, dort wurde am Donnerstag gefeiert, mit Urkunde und Schleife vom Züchterverband, mit Blumen, Geschenken und Hausmacherwurst für die Gäste.

Um eins vorwegzunehmen: Jamaika selbst war die Auszeichnung ziemlich egal. Da sie gerade Futter bekommen hatte, dürfte ihr Magen mit der Milchproduktion beschäftigt gewesen sein. Nur widerwillig ließ sie sich aus dem Gatter holen, zerrte am Seil, war auch nicht besonders scharf aufs Pressefoto. Aber Alter macht weise und so ließ Jamaika den Rummel mit der Geduld einer lebensklugen Milchkuh über sich ergehen.

Zumal sie das, was Jost Grünhaupt, Zuchtleiter des Hessischen Rinderzuchtverbandes, bei der Überreichung der Urkunde sagte, gerne gehört haben dürfte: Milchkühe seien für die Landwirte keine bloßen Produktionsmittel, »das sind Tiere, keine Maschinen«. Um Tiere müsse man sich kümmern, müsse früh erkennen, ob sie im Alter gesundheitliche Probleme haben. Bei Jamaika sei das der Fall, sie werde bestens umsorgt und zeige daher eine sehr gute Fitness. »Die Familie Hartmann hat ein Auge für die Gesundheit ihrer Tiere.«

Pflege, Futter und Stammbaum

Jamaika liefert nicht nur sehr viel, sondern auch sehr gute Milch. Die Fett- und Eiweißwerten lägen über dem Durchschnitt, sagte Grünhaupt. Seit über zehn Jahren liefere sie durchschnittlich 9500 Liter. Eine stramme Leistung. Erich Hartmann, Seniorchef des Familienbetriebs, will aber nicht von einer »Super-Kuh« sprechen. Jamaika sei eine »gute Kuh«, und dafür gebe es Gründe. Neben der Pflege ist das Futter wichtig. Jamaika frisst Mais- und Gras-Silage, Getreideschrot (eine Art Müsli), gequetschten Mais, Sojaschrot, Futter, das bei der Ethanol-Herstellung aus Mais anfällt und manchmal gibt’s Treber von einer Bierbrauerei. Das gibt Mumm in den Knochen.

Dass Jamaika die erste Kuh der Familie Hartmann ist, die die 100 000-Liter-Grenze überschritten hat, liegt wohl auch an der glücklichen Hand bei der Tierzucht. »Wir setzen auf Langlebigkeit«, sagt Erich Hartmann. Jamaika kann eine lange Ahnengalerie stolzer Bullen und Milchkühe vorweisen. Als Hartmann in den Sechzigerjahren in der Ausbildung war, lebte auf dem Wilhelminenhof die Stammmutter Julia. »Die war schon eine besondere Kuh, brachte 15 Kälber zur Welt.«



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Artikel vom 27.01.2012 - 11.08 Uhr
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