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Fünf Tage im Elvis-Fieber – Urteil: »Perfekt«

Artikel vom 18.08.2010 - 17.27 Uhr

Fünf Tage im Elvis-Fieber – Urteil: »Perfekt«

Bad Nauheim (pm). »Dies ist ein bedeutungsvoller Ort«, verkündet Neil Cameron. Seine Zuhörer wissen genau, worauf der Reiseleiter anspielt, denn sie alle sind eingefleischte Elvis-Fans. Neil sagt es trotzdem noch einmal: »Hier feierte bereits Elvis Presley, und vieles ist noch heute so, wie es damals war. Ich stehe auf der Originalbühne.«
Im Café Bienenkorb kauft der eine oder andere Elvis-Liebhaber Mitbringsel für die Fans zu Hause auf der Insel.	(Foto: pv)
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Im Café Bienenkorb kauft der eine oder andere Elvis-Liebhaber Mitbringsel für die Fans zu Hause auf der Insel. (Foto: pv)
Im Sportheim veranstaltet die Reisegruppe ihre Abschluss-Party nach fünf Tagen im Elvis-Fieber. 98 Personen hatten sich das Angebot einer englischen Reise-Agentur wahrgenommen, größtenteils Mitglieder des Official Elvis Presley Fan Clubs of Great Britain. Auf Memphis, Graceland und Las Vegas folgte nun Bad Nauheim, und die Gesundheitsstadt kann mit den Großen mithalten. »Wir hatten eine großartige Zeit«, sagt Neil, und als er die Teilnehmer fragt: »Wollt Ihr wiederkommen?«, erklingt ein einhelliges »Yeah!« zur Antwort.

Auf dem Programm der Gruppe standen englischsprachige Führungen mit Wanderung zum Johannisberg, der Besuch der Ray Barracks in Friedberg sowie des Kriegerdenkmals in Steinfurth und die unterschiedlichen Veranstaltungen auf dem Festivalgelände Trinkkuranlage. Klarer Favorit für die englischen Fans war die Show »Good Rocking in Vegas« mit Bob Dawn, einem international erfolgreichen Elvis-Interpreten. Keith Williams war überwältigt: »Ich hatte Gänsehaut! Ich habe schon viele Elvis-Shows gesehen, aber das war die beste.« Das gesamte Festival habe ihm sehr gefallen, weil es so gut organisiert gewesen sei. Wilma Raumaki, die extra aus Neuseeland angereist ist, hebt besonders die Führungen auf den Spuren von Elvis hervor: »Man kann sich vorstellen, wie es sich für Elvis angefühlt hat, hier zu sein. Er muss später noch oft an seine Zeit in Deutschland zurückgedacht haben – immerhin hat er hier Priscilla kennengelernt.« Für Elizabeth Reeves kommt Bad Nauheim sogar im Vergleich zur Elvis-Heimatstadt Memphis gut weg: »In Memphis haben sie viele Originalgebäude abgerissen, in Bad Nauheim ist alles noch da. Das Haus, in dem er lebte, das Hotel Grunewald, dieses Sportheim hier.«

Für Fans, die zu Hause in England geblieben sind, hat Elizabeth im Café Bienenkorb, wo Elvis gerne Kuchen aß, kleine Schokostückchen mit dem Konterfei des »King« gekauft. »Es ist einfach fantastisch, auf seinen Spuren zu wandeln«, findet sie. Auch Francis Perry hat sich seinem Idol in Bad Nauheim nahe gefühlt. Ob an der Burgpforte, auf der Usabrücke oder in der Goethestraße – »wenn ich an diesen Orten stehe, werde ich emotional«, sagt Francis, und in seinem Auge glitzert eine Träne. Was hat Elvis Presley an sich, das ihn so rührt? »Er fasziniert die Menschen und sorgt dafür, dass sie sich gut und glücklich fühlen – noch heute. Es ist, als wäre er noch am Leben.«

»Viele Aspekte beleuchtet«

Den »King« zu fühlen, seine Faszination zu erleben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – diese Zwecke hat das 9. European Elvis Festival für die britischen Fans zu einhundert Prozent erfüllt. »Exzellent«, fasst Francis Perry die fünf Tage zusammen, und Keith Williams setzt sogar noch einen drauf: »Perfekt.« Neil Cameron, der in einer Doppelfunktion als offizieller Reiseleiter und privater Elvis-Fan nach Bad Nauheim gekommen ist, schätzt die Vielschichtigkeit der Veranstaltungen: »Das Festival beleuchtet viele verschiedene Aspekte von Elvis' Karriere.« Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr mit der Trinkkuranlage ein Festivalgelände, auf dem ein Großteil der Veranstaltungen stattfand. Die englischen Fans lobten diese Neuerung durchweg. »Alles ist kompakt an einem Ort. Man kann sich nicht verlaufen«, meint Maureen Bates.

Wilma Raumaki hatte allerdings ihre Probleme mit der Orientierung: »Beinahe wäre ich von einem Bus überfahren worden! Zu Hause haben wir Linksverkehr, deshalb habe ich falsch geschaut, als ich die Parkstraße überqueren wollte.« Das Erstaunliche für die Neuseeländerin: »Der Busfahrer hat sich bei mir entschuldigt. In Neuseeland hätte er mich wahrscheinlich angeschrien. Aber hier sind die Menschen unheimlich freundlich.« Lobende Worte gibt es auch für das »wunderschöne Bad Nauheim«, das als malerisch, sauber, mit viel Grün und herrlichen Parks beschrieben wird. Im Vergleich zu seiner Heimat in England sei Bad Nauheim sehr ruhig, gastfreundlich und gepflegt, sagt Keith Williams.

Maureen, Elizabeth, Francis und Keith – sie alle wollen 2012 wieder nach Bad Nauheim kommen, zum 35. Todestag des King. Nur Wilma wird es wohl nicht realisieren können: »Ich wünschte, ich könnte. Nicht nur wegen Elvis, sondern auch wegen Bad Nauheim und der wunderschönen Rosen in Steinfurth. Doch der Flug von Neuseeland dauert einfach zu lang.« Aber es muss doch auch irgendetwas geben, das den britischen Fans in Bad Nauheim nicht gefallen hat, oder? »Ja, klar«, sagt Francis, »der Regen am Sonntag.«

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Artikel vom 18.08.2010 - 17.27 Uhr
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