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Die »öffentliche Kneipe« Marktplatz sorgt für Ärger

Artikel vom 25.08.2010 - 16.20 Uhr

Die »öffentliche Kneipe« Marktplatz sorgt für Ärger

Dabei liegt der Polizeiposten nur ein paar Häuser weiter, direkt am Marktplatz. Die Dienststelle ist allerdings nur mit einem Mann bzw. einer Frau besetzt, die Kollegen fahren Streife. »Wir können nicht überall gleichzeitig sein«, sagt ein Polizist. Probleme mit nächtlicher Ruhestörung oder Sachbeschädigung gibt es auch an anderen Orten in der Stadt. Hier wie dort ist es aber oft das gleiche: Rückt die Polizei an, wird die Musik leiser gedreht. Ist sie weg, geht der Krach weiter. »Solange die Polizei keine Anzeige erstattet, passiert gar nichts. Nur mal vorbeischauen, das bringt nichts«, sagt eine Anwohnerin. Ihr einziger Trost: »Bald kommt der Winter, dann kann man hier wieder ruhig schlafen.«

»Wir nehmen uns der Sache an«

»Das Problem ist bekannt, wir nehmen uns der Sache an«, sagt Polizeipressesprecher Jörg Reinemer. Die Streifen zeigten immer wieder Präsenz am Marktplatz, in der Regel gehe es um nächtliche Ruhestörung durch zu laute Musik und Jugendliche, die sich nachts auf den Straßen und vor den Gaststätten aufhalten. »Wir werden tätig und sorgen für Ruhe«, sagt Reinemer. Werde ein Vorfall gemeldet, kümmere man sich darum. Allerdings könne man in den Sommermonaten nicht ganz ausschließen, dass sich der Kneipenbesuch nach außen verlagert. Dass am Marktplatz Drogen verkauft werden, davon habe man keine Kenntnis, sagt Reinemer. »Wir werden das überprüfen und gegebenenfalls einschreiten.«

Auch für Ordnungsdezernent Armin Häuser (CDU) ist das Problem nicht neu, dass es allerdings eine permanente Belästigung gebe, sei ihm bislang nicht bekannt gewesen. Nachdem sich die Anwohner in einem Brief über das Urinieren in der Wilhelmstraße beschwert hatten, verfügte er, dass die Wirte beim nächsten Marktplatzfest mehr öffentliche Toiletten aufstellen mussten. Auch Lärmmessungen hat die Stadt bereits vornehmen lassen. Daraufhin wurde in einer Kneipe die Musikanlage so verplombt, dass die erlaubte Lautstärke nicht überschritten werden kann.

»Es gab positive Rückmeldungen, die Situation sei viel besser als zuvor, wurde mir mitgeteilt«, sagt Häuser. Seit er das Ordnungsdezernat übernommen hat, laufen die städtischen Hilfpolizisten auch in den Abendstunden Streife. Zu besonderen Veranstaltungen wird ein privater Wachdienst engagiert, den hat sich die Stadt im letzten Jahr 25 000 Euro kosten lassen. Kontrolliert werden aber auch andere neuralgische Orte in der Stadt wie der Sprudelhof oder der Kurpark. »Wir stehen in gutem Kontakt zur Polizei und versuchen alles, damit die Anwohner ruhig schlafen können«, sagt Häuser. Der Erste Stadtrat versprach, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sofort in Kenntnis zu setzen, damit diese durch mehr Präsenz eine Besserung der Situation herbeiführen.

 

 



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