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Brand in der Karlstraße: Technischer Defekt als Ursache

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Artikel vom 10.01.2017 - 12.00 Uhr

Brand in der Karlstraße: Technischer Defekt als Ursache

Bad Nauheim (bk). Nach einer Woche hat die Polizei ihre Ermittlungen zur Ursache des Brandes in der Karlstraße 23 abgeschlossen. Ergebnis: Das Flammenmeer in der Silvesternacht soll durch einen technischen Defekt ausgelöst worden sein.

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Großeinsatz mit Happy End: Alle Bewohner des Hauses Karlstraße 23 kommen mit heiler Haut davon.
© Sven-Sebastian Sajak
An der Schätzung der Schadenshöhe hat sich nach Angaben von Polizeisprecherin Sylvia Frech nichts geändert, sie wird weiterhin auf 300 000 Euro beziffert.

Wie die Untersuchungen des auf Brandursachenermittlungen spezialisierten Beamten in der Erdgeschoss-Wohnung ergeben haben, kann fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen werden. »Darauf gab es keinerlei Hinweise«, sagt Frech. Spuren eines Brandbeschleunigers hatten sich nicht gefunden. Ebenso konnte der Ermittler offensichtlich ausschließen, dass ein Feuerwerkskörper durch eines der geschlossenen Fenster geschossen worden war. Die Wohnungsmieter, eine Mutter mit vier Kindern, waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause.

Von der Polizei waren forensische Untersuchungen vorgenommen und die in der Silvesternacht anwesenden Hausbewohner befragt worden. Wodurch genau der Brand entstanden ist, lässt sich laut Frech allerdings nicht sagen. »Aufgrund der enormen Hitze, die in der Erdgeschoss-Wohnung entstanden ist, kann der genaue Brandherd nicht mehr festgestellt werden.«

Bei dem Feuer, das gegen 0.45 Uhr am Neujahrsmorgen entstanden war, kamen die Bewohner nur durch Glück und das besonnene Vorgehen der Feuerwehr mit heiler Haut davon. Lediglich vier Bewohner, zwei Erwachsene und zwei Kinder, die mithilfe von Rettungshauben aus der Dachgeschoss-Wohnung geborgen werden mussten, erlitten Rauchgasvergiftungen. Diese Personen hatte die Feuerwehr mit der Drehleiter nicht erreicht. Weitere sieben Personen, die sich im zweiten Obergeschoss aufhielten und denen der Fluchtweg durch die starke Rauchentwicklung ebenfalls abgeschnitten war, konnten dagegen über die Leiter nach draußen gelangen. »Wenn wir eine Viertelstunde später gekommen wären, hätte es möglicherweise keine Rettung mehr gegeben«, hatte Einsatzleiter Wolfgang Löffler am Neujahrsmorgen erklärt.

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen ist das Mehrfamilienhaus in der Innenstadt wieder freigegeben. Während die Mieter der Erdgeschoss-Wohnung alles verloren haben, können sich die übrigen Bewohner ihr Hab und Gut aus dem Gebäude holen. Ob ihrer Kleidung nach mehrfachem Waschen noch zu gebrauchen ist, wird sich zeigen. In den Möbeln wird der Brandgeruch wohl haften bleiben. Auf jeden Fall muss das gesamte Gebäude vom Eigentümer zunächst saniert werden. Das gilt sowohl fürs Erdgeschoss und Treppenhaus als auch für die Wohnungen in den oberen Stockwerken, wo zumindest gestrichen werden muss.

»Ob die technischen Einrichtungen wie die Stromversorgung in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist der Polizei nicht bekannt«, sagt Frech.

Gebäude muss saniert werden

In enger Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und städtischer Wohnungsbau-Gesellschaft (Wobau) sind inzwischen drei Mietpartien des Hauses mit neuem Wohnraum versorgt worden. »Direkt am Montag nach dem Feuer hat Anne Jehner vom Ordnungsamt bei mir angerufen. Sie muss den Obdachlosen eine vorübergehende Unterkunft zuweisen und hat deshalb angefragt«, berichtet Wobau-Geschäftsführer Reimund Bell. Zwei Familien sei sofort eine Wohnung verschafft worden, der Mieter der Dachgeschoss-Wohnung habe sich erst jetzt gemeldet, erklärt Bell.

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Artikel vom 10.01.2017 - 12.00 Uhr
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