Willemsen nimmt die Zuschauer mit auf einen Jahrmarkt am Rande der Stadt mit allerlei Gruseligkeiten und exotisch anmutender Unterhaltung. Er lässt uns in glanzlose Mietblocks blicken. »Hier wohnt die Schicht, die das Elend hinter sich gelassen hat und in der Armut angekommen ist«, sagte er ohne Theatralik in der Stimme. Die »Versprechen der Lust« seien allgegenwärtig. Die Vergnügungen der Nacht erreichten jeden Ort. »Die Menschen treiben durch die Nacht und ernähren sich voneinander«, übersetzte er seine Empfindungen in Bildsprache.
»Was bleibt von einer Nacht?«
Die Ernährung bringt dann aber auch den Deutschen, der wenige Berührungsängste hat, an seine Grenzen. »Die Heuschrecken knuspern ganz nett«, berichtete er. Willemsen lässt nichts aus und probiert frittierte Ameisen, Molche und Insekten. Doch bei den Wasserflöhen ist Schluss. Der Ekel überwiegt, gäben doch die Flöhe Morastaromen frei. Vorzeitig flüchtet er auch aus einer Thai-Massage. »Was bleibt von einer Nacht?«, fragte er und schickte Bilder von Menschen, Brücken, Häusern und Stadtansichten hinterher.
In der Tat, es ist eine Metropole, die Stadt und zugleich ein Märchenwald ist, wie er am Anfang festgestellt hatte. Viele Eindrücke nehmen die Zuschauer mit. Besonders aber die Erinnerung an Willemsens Suche nach den 200 Elefanten, die in Bangkok leben. Einige müssen für ihre Besitzer als lebende Taxis den Lebensunterhalt verdienen. »Elefanten sind wie Antiquitäten. Sie gehören nicht nach Bangkok«, meinte der Autor. Andererseits symbolisieren sie das Elend, das in der Stadt jenseits der Glanzfassaden von Menschen und Gebäuden herrscht. Sind sie doch »ausgemusterte Existenzen. Ihr Leben ist kläglich«. Das Donnern der vielspurigen Autobahnen lässt nie nach, erzählt Willemsen. Aber dennoch entstünden hier Träume - Träume, die möglicherweise aus Armut und Elend führen. Dem Menschen ist dies möglich. Dem Elefanten nicht.