Bad Nauheim (ihm). 2000 Gäste genossen das stimmungsvolle Ambiente der Quellendankfeier am Samstagabend. Bürgermeister Bernd Witzel wies auf Fortschritte in punkto Sprudelhof hin. Der Festredner, Prof. Friedrich Grimminger (Ärztlicher Direktor Gesundheitszentrum Wetterau), sprach über »Die vierte Dimension des Wassers«: Die Dankbarkeit. Eine Darbietung der »Fire Dancers« setzte einen beeindruckenden Schlusspunkt. Musikalisch untermalt wurde das Fest durch das Kurorchester.
Die »Fire Dancers« bieten vor dem Sprudel ein atemberaubendes Spektakel. (Foto: Nici Merz)
Die Jugendstilanlage war festlich illuminiert und schön geschmückt. Museenverein, Jugendstilverein und der Verein Bad Nauheimer Köche boten Essen und Getränke an. 600 Stühle standen vor der Bühne am Großen Sprudel. Auch Wandelgänge und die Treppe waren von Menschen gefüllt. Nach einer musikalischen Einstimmung durch das Kurorchester lieferte Rathauschef Witzel einen historischen Rückblick: »Der Aufstieg des kleinen Orts Nauheim zum Weltbad geht auf die stürmische Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 1846 zurück.« Aus einem Bohrloch, das bereits aufgegeben war, habe ein mächtiger Solestrom die Erde durchbrochen. »Das Weihnachtswunder 1846 ist die Geburt des großen Sprudels«, schilderte Witzel. Neun Jahre später sei die erste Quellendankfeier abgehalten worden, nachdem der Große Sprudel versiegt und nach sechs Wochen wieder zu Tage getreten sei. Das Stadtoberhaupt sprach zudem über die neuesten Entwicklungen in Sachen Sprudelhof: »Ich bin glücklich, dass in der vergangenen Woche das Kuratorium einen gewaltigen Schritt nach vorne gegangen ist. Es wurde ein Ausschreibungsverfahren für eine neue Therme und ein Hotel sowie eine sinnvolle Nutzung der gesamten Anlage beschlossen.« Der städtische Haupt- und Finanzausschuss habe zugestimmt. Die Zukunft des Sprudelhofs zu sichern und die Anlage wieder zum Aushängeschild Bad Nauheims zu machen, stehe auf seiner Prioritätenliste ganz oben: »Ohne Zaun und ohne Eintritt«.
Prof. Grimminger beschrieb die Dimensionen des Wassers: Gemeint seien Trinkbarkeit, Heilkraft und Ästhetik. Um die vierte Dimension zu erklären, erzählte er die Geschichte der Quelle Zamzam. Das ist der Name eines Brunnens im Hof der großen Moschee in Mekka. Dem Islam zufolge entsprang die Quelle in der Wüste, als Ismael, der Sohn Ibrahims, und seine Mutter Hagar kurz vor dem Verdursten waren. Auf der Suche nach Wasser war Hagar zuvor siebenmal zwischen zwei Hügeln hin- und hergelaufen. Darauf geht die Sitte zurück, dass Pilger auch heute noch siebenmal während der Wallfahrt die Kaaba umwandern und ebenso oft die Strecke zwischen den Hügeln laufen. Die Muslime dankten damit für die Quelle.
Bad Nauheim habe den Sprudel vor mehr als 150 Jahren geschenkt bekommen. »Auch das ist ein Zeichen göttlicher Fürsorge.« Die vierte Dimension des Wassers sei mithin die Dankbarkeit. »Aus Dankbarkeit spendete eine amerikanische Witwe Geld zum Errichten des Kerckhoff-Instituts.« Die Kerckhoff-Klinik sei entstanden. Das habe die Gründung der Gesundheitsstadt nach sich gezogen. Bad Nauheim sei Zentrum eines medizinischen Elite-Clusters geworden. Es sei wichtig, sich auf die Dankbarkeit zurückzubesinnen: »Sie ist das Schlüsselerlebnis dieser Stadt gewesen.«
Die Besucher sangen »Großer Gott, wir loben dich.« Im Anschluss lieferten die »Fire Dancers« ein atemberaubendes Spektakel. Zu rhythmischer Musik jonglierten sie mit Flammen und Licht. Funken sprühten, Feuerkugeln stiegen vom Beckenrand des Sprudels auf. Viel Beifall erklang für das gelungene Fest.