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Stille Protestaktion gegen Abschiebung

Artikel vom 16.01.2012 - 12.30 Uhr

Stille Protestaktion gegen Abschiebung

Altenstadt (sax). Die Abendsonne warf ein mildes Licht auf die Besucher des SPD-Neujahrsempfangs im Bahnhof. Doch kurz nach 16 Uhr verdunkelte sich der Raum. Rund 120 Demonstranten waren vor den Glasfenstern des Restaurants Kastell aufgezogen, um gegen die Abschiebung der Familie Sogamanian zu demonstrieren.

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Mit einem stillen Protest gegen die Abschiebung der Familie Sogamanian überraschen die Demonstranten die Teilnehmer des SPD-Neujahrsempfangs und Landrat Joachim Arnold. (Foto: sax)
Etwa eine Woche vor dem Neujahrsempfang hatten sie erfahren, dass Landrat Joachim Arnold als Gastredner sprechen würde. Deshalb hofften sie, ihn bei dem Termin mit ihrem Anliegen und den Vorwürfen gegen die Ausländerbehörde konfrontieren zu können. In den Diskussionen, welche Aktionen angemessen wären, seien sich die Organisatoren schnell einig gewesen, dass es keinesfalls zu aggressiven Protesten oder Beschimpfungen des Landrats kommen dürfe, berichtet Wolfgang Eiselt.

Dass mehr als 100 Menschen sich rund um das Restaurant versammelten, aber nicht etwa Parolen skandierten, sondern nur Plakate mit Informationen zum Schicksal der nach Russland abgeschobenen Familie Sogamanian hochhielten und deren Rückkehr nach Altenstadt forderten, beeindruckte die Teilnehmer des Neujahrsempfangs sichtbar.

Bürgermeister Norbert Syguda ging zu einem kurzen Gespräch zu den Demonstranten. Er berichtete, dass er demnächst einen Gesprächstermin bei Ministerpräsident Volker Bouffier haben werde, wobei er auch den Fall der Familie Sogamanian ansprechen wolle. Er sprach den Demonstranten, die ihm Unterschriftenlisten für die Rückkehr der Familie übergaben, seine Anerkennung für diese Form des Protests aus. Neben der juristischen Überprüfung des Falles sei das öffentliche Interesse und die Unterstützung sehr wichtig, damit es zu einer Entscheidung im Sinne der Familie kommen könne. Dabei sei es wichtig, dass es sich nicht um einmalige Aktionen handele. »Das ist kaum noch zu toppen«, zeigte er sich von dem Engagement für die Sogamanians beeindruckt.

Zum Abschluss der Demonstration spielte die Gruppe den Besuchern des Neujahrsempfangs ein Hip-Hop-Lied vor, das ein Büdinger Duo über die Abschiebung der Familie aufgenommen hatte. In dem Text wurden die verschiedenen Facetten des Falls, die unsichere Lebenssituation geduldeter Flüchtlinge, das Unverständnis der Behörden, aber auch das Versagen von Anwälten angesprochen.

Syguda betonte, dass er als Bürgermeister auch die Familie Sogamanian als Altenstädter Bürger unterstützen müsse. Er wies in seiner kurzen Rede darauf hin, dass die Familie in der Gemeinde gut integriert gewesen sei. Sie habe auch weitestgehend selbst für ihren Lebensunterhalt gesorgt.

Arnold: Rechtslage eindeutig



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