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Sogamanians erfahren auch außerhalb der Region Solidarität

Artikel vom 12.01.2012 - 12.59 Uhr

Sogamanians erfahren auch außerhalb der Region Solidarität

Altenstadt (sax). Die Abschiebung der Familie Sogamanian hat weit über die Region hinaus für Bestürzung gesorgt. Durch Presseberichte ist auch Ulrich Bittner, Präsident des Boxrings Hanau, aufmerksam geworden. Kurzentschlossen widmete er der Familie am Wochenende eine Veranstaltung.

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Wolfgang Eiselt, Leiter der Basketball-Abteilung des VfL Altenstadt, setzt sich für die Rückkehr der Sogamanians ein. (Foto: sax)
Im Boxring seien auch viele Migranten aktiv, die durch den Sport einen Weg fänden, sich in die Gesellschaft zu integrieren, erklärte Bittner. Deshalb widmete er die seit langem geplante Boxveranstaltung im Rahmen des Hallenfußballturniers Brüder-Grimm-Cup kurzerhand zur Benefizveranstaltung zu Gunsten der Sogamanians um.

Dabei erhielten Freunde der Familie wie Wolfgang Eiselt und Andrea Weber die Möglichkeit, deren Schicksal vor rund 500 Menschen zu schildern. Prof. Christian Schwarz-Schilling plädierte für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen. Derzeit lebten die beiden Söhne mit ihrer Mutter bei einer armenischen Familie in einem Vorort von Moskau. Physisch seien Mutter und Söhne zwar stabil, doch seien ihnen die psychischen Belastungen deutlich anzumerken, erzählte Weber, eine Freundin der Mutter.

Besonders der jüngere Sohn Mamikon könne die Erniedrigung schwer verarbeiten. »Er vergisst dieses Bild nicht, wie er in Handschellen abgeführt wurde.« Eine langjährige Freundin des älteren Sohns Migran erzählt, beide Brüder hätten peinlichst darauf geachtet, sich in Deutschland nichts zuschulden kommen zu lassen. Migran habe sogar Angst gehabt, er könne erwischt werden, wenn er zu schnell Auto fahre.

Eine zusätzliche Belastung sei, dass die Papiere, die der Familie von den armenischen Behörden für die Abschiebung ausgestellt worden seien, seit Freitag nicht mehr gültig seien. Deshalb hätten die drei jetzt noch größere Angst, die Wohnung zu verlassen und von den russischen Behörden aufgegriffen zu werden.

Die Abschiebung mit ihren Folgen und der Kampf um die Rückkehr belasten auch die Tante Alice und den Vater Ashot. »Das Schöne war für Ashot und Alicia, dass sie den Abend abgelenkt waren«, freute sich Weber.

Am Rande des Turniers trat auch eine Mannschaft der Altenstädter Basketballer, mit denen Mamikon gespielt und deren Jugend er trainiert hatte, gegen eine Mannschaft von Fußballtrainern an. Obwohl sie sonst nur die Hände einsetzen dürfen, um den Ball zu spielen, besiegten die Basketballer ihre Gegner mit 4:2.



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