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Östliche Wetterau-Kommunen wählen separat

Artikel vom 23.01.2012 - 10.04 Uhr

Östliche Wetterau-Kommunen wählen separat

Wetteraukreis (hed). Bei der Bundestagswahl 2013 werden die Altenstädter, Büdinger oder Ortenberger einen anderen Bundestagskandidaten wählen als die übrigen Wetterauer. Wie aus einem Entwurf der schwarz-gelben Koalition hervorgeht, soll Hessen einen Wahlkreis von Mecklenburg-Vorpommern hinzugewinnen.

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Dem neuen Konstrukt sollen unter anderem die Kommunen des Altkreises Büdingen (außer Nidda) angehören. Sie zählten bislang zum Wahlkreis 177, der bis auf die Main-Kinzig-Gemeinden Bad Soden-Salmünster, Brachttal und Wächtersbach auch die Grenzen des Kreises bildete.

299 Bundestagswahlkreise gibt es seit 2002 in Deutschland. Sie sollen so eingeteilt sein, dass jeder die ungefähr gleiche Bevölkerungszahl umfasst. Bei einer Abweichung um mehr als 15 Prozent vom Durchschnitt können Wahlkreise neu zugeschnitten werden, bei über 25 Prozent müssen sie es. In der Wetterau lag man zuletzt 21,5 Prozent über der Messzahl. Auch die Wahlkreise Hanau (19,1 Prozent) und Fulda (17,6 Prozent) lagen darüber, so dass die Bundesregierung entschieden hat, einen 22. hessischen Wahlkreis »Main-Kinzig/Wetterau II/Schotten« einzuführen und im Gegenzug einen in Mecklenburg-Vorpommern aufzulösen. Sollten Bundestag und Bundesrat dem Vorschlag zustimmen, werden ab 2013 die Bewohner von Altenstadt, Büdingen, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain und Ortenberg einen anderen Abgeordneten wählen als die übrigen Wetterauer.

Für Landrat Joachim Arnold als Vorsitzenden der Wetterauer SPD sind das keine guten Nachrichten. »Wir hätten uns gewünscht, dass es so bleibt wie bisher.« Der neue Wahlkreis werde sehr »Main-Kinzig-lastig« werden. Sollte ein Abgeordneter aus diesem Kreis kommen, könnten die Wetterauer Interessen womöglich nicht mehr so gut vertreten werden, glaubt der Landrat. Gleiches vermutet die SPD-Fraktionsvorsitzende Cäcilia Reichert-Dietzel: Die Bürgermeisterin von Ranstadt sieht die östliche Wetterau mit der geplanten Neuregelung schlechter vertreten. Die Region sei ohnehin schon durch den Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main separiert, nun gebe es noch eine weitere Trennlinie. Dabei sollten für die Region dringend benötigte Infrastrukturprojekte ihrer Meinung nach auch grenzüberschreitend sein. Sie hoffe, dass ein künftiger Bundestagsabgeordneter nicht meine, sein Wahlkreis ende an der A 45, sagte Reichert-Dietzel.

Vor knapp zwei Jahren hatte die letzte Wetterauer Bundestagsabgeordnete und jetzige Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) gegenüber der WZ gesagt, dass ihr die Aufsplittung nicht gefalle. Alexander Kartmann, für Puttrich stellvertretender Vorsitzender der CDU Wetterau, hält die Idee dagegen für sinnvoll. Die Wetterau werde durch einen zweiten Bundestagsabgeordneten künftig besser in Berlin vertreten sein, meint er. Ein »sinnvoller« Zuschnitt sei gar nicht möglich gewesen, sagt Kartmann und erinnerte an »absurde Konstellationen«, in denen man beispielsweise die Stadt Bad Nauheim zu östlichen Wahlkreisen zugeordnet habe. Das nun vorgelegte Konstrukt scheine politisch ausgewogen zu sein. »Da kann keiner meckern.« Vorteile für eine der beiden großen Parteien sieht Kartmann nicht. Er glaubt, dass beide neuen Wahlkreise hart umkämpft sein werden. Ein möglicher Kandidat, der Gelnhäuser Dr. Peter Tauber, habe seine Sache als Vertreter der Wetterau in Berlin gut gemacht.

Altenstadt als Pendel

Während Nidda als einzige Kommune des Altkreises Büdingen im Wahlkreis Wetterau I verbleiben soll, wird Altenstadt nun doch die Seiten wechseln. Die Stadt war in den Gedankenspielen von Bund und Land mehrfach von West nach Ost und umgekehrt gewechselt. Für Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) ist es aber nicht so wichtig, zu welchem Wahlkreis seine Kommune gehört. Für Oberhessen als Region bedeute der zusätzliche Wahlkreis de facto eine Aufwertung. »Wichtig ist doch, dass sich der gewählte Abgeordnete für seinen Wahlkreis einsetzt. Egal, welcher das ist.« Auch parteipolitisch ziehe er als Bürgermeister keine Grenze: Wenn er Unterstützung für die Stadt benötigte, habe er sich genauso an Lucia Puttrich (CDU) gewandt wie damals an Nina Hauer (SPD). Genauso werde er es bei künftigen Abgeordneten tun. (Grafik: WZ)

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Artikel vom 23.01.2012 - 10.04 Uhr
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