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Nach dem sechsten Brand: Landwirt verlässt Lindheim

Artikel vom 06.01.2012 - 14.52 Uhr

Nach dem sechsten Brand: Landwirt verlässt Lindheim

Altenstadt-Lindheim (ko). Der Rauch des Feuers am Neujahrsmorgen auf dem landwirtschaftlichen Anwesen von Heinrich Lipp ist auch drei Tage danach noch nicht verweht. Immer wieder treibt der Wind neue Rauchschwaden durch den Ort und erinnert so an die Geschehnisse in der Neujahrsnacht.

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Bei dem Brand der Maschinen- und Lagerhalle am Neujahrsmorgen ist ein Sachschaden von 250 000 Euro entstanden. (Foto: Kunert)
Für Besitzer und Landwirt Heinrich Lipp bedeutet der Brand weit mehr als der Verlust einer Halle mit landwirtschaftlichen Geräten, geschätzter Schaden: 250 000 Euro. »Inzwischen ist die Angst dem Zorn gewichen«, erzählt Lipp und lässt damit deutlich werden, dass das Feuer neben einem finanziellen auch im menschlichen Bereich Spuren hinterlassen hat. Sechs Mal hat es seit 2007 bei dem Landwirt gebrannt. Bisher allerdings immer außerhalb des Hofes in der Heugasse in Lindheim. Zuletzt im August vergangenen Jahres, als eine Feldscheune nahe der Bundesstraße fast komplett zerstört wurde. Angst hat Lipp, der an Heiligabend Vater wurde, jetzt deswegen, dass es nach den bisherigen Feuern, die vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen sind, dieses Mal im Ort direkt gebrannt hat. Er will nun, um seine Familie zu schützen, die restlichen Gebäude und das Wohnhaus mit Rauchmeldern ausstatten.

Seinen Zorn bringt Lipp den unbekannten Täter entgegen. Aber auch der Polizei, die seiner Meinung nach nicht mit dem nötigen Nachdruck seinen Hinweisen auf eventuelle Täter nachgehe. Ein Vorwurf, den der Sprecher der Polizeidirektion Friedberg, Jörg Reinemer, zurückweist. »Wir ermitteln in alle Richtungen und gehen sämtlichen Hinweisen nach, auch denen von Herrn Lipp«, betont er.

Ein genaues Ergebnis zur Ursache zum jüngsten Feuer liegt noch nicht vor. Bisher gebe es verschiedene Verdachtsmomente. So könne man noch immer nicht ausschließen, dass sowohl technischer Defekt als auch Brandstiftung für das Feuer als Ursache in Frage komme, sagt Reinemer. Für Lipp sieht das Ganze eher nach Letzterem aus. Er hat dazu auch eine Theorie parat, aus welchen Kreisen der oder die Täter kommen könnten. Darüber will er aber nicht öffentlich sprechen. Nicht zuletzt deswegen, weil er mit seinen Vermutungen auch falsch liegen könnte.

Für Lipp heißt es derzeit, ursprünglich geplante Arbeiten liegen zu lassen und den Brandschaden aufräumen. Was danach mit dem Hof wird, ist noch offen. Tatsache ist, dass Heinrich Lipp seinen Hof aufgeben wird. Ein Entschluss, den er schon länger gefasst hat. Stattdessen wird der 44-jährige Landwirt eine Festanstellung in Süddeutschland übernehmen. Am 15. Januar tritt er bei seinem neuen Arbeitgeber die Arbeit im landwirtschaftlichen Entwicklungsbereich an. Im August will er dann mit seiner kompletten Familie seinem Heimatort Lindheim den Rücken kehren. Ein Entschluss, der ihm vor dem aktuellen Hintergrund inzwischen leicht falle.

Er könne sich auch an schönere Zeiten erinnern, zum Beispiel an die Zeit vor zehn Jahren, als er das Amt des Wehrführer der örtlichen Feuerwehr ausübte und Mitglied im Ortsbeirat von Lindheim war. Jetzt halte ihn nichts mehr in seiner Heimat. Was aber nicht nur mit den Bränden zu tun habe, sondern auch mit früheren privaten Zeiten. Doch darüber legt der Landwirt aus persönlichen Gründen den Mantel des Schweigens, um nicht noch mehr Ärger zu provozieren. Er habe jetzt nur noch die Hoffnung, dass der Brandstifter so schnell wie möglich gefasst wird. Nur so könne man die zum Schweigen bringen, die ihm unterstellen, er habe etwas mit den Feuern zu tun.

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Artikel vom 06.01.2012 - 14.52 Uhr
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