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Familie Sogamanian: Integriert – und doch abgeschoben

Artikel vom 18.12.2011 - 20.19 Uhr

Familie Sogamanian: Integriert – und doch abgeschoben

Altenstadt (sax). Auf heftige Kritik stößt die Abschiebung der Familie Sogamanian. Die armenische Mutter und ihre beiden Söhne waren am Mittwochmorgen bei einem Termin in der Büdinger Ausländerbehörde festgenommen und in Frankfurt in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt worden. Zurück blieb der schwer herzkranke Vater Ashot.

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Vater Ashot Sogamanian: Auch er blickt ab April in eine ungewisse Zukunft. (Foto: sax)
»Die Kinder kennen nur unsere Kultur«, erklärt Bürgermeister Norbert Syguda. Besser als die Familie Sogamanian könne man kaum integriert sein. Der jüngere Sohn Mamikon ist eine Stütze der Basketballer des VfL Altenstadt. Dort ist er Jugendbetreuer und pfeift als Schiedsrichter gemeinsam mit Abteilungsleiter Wolfgang Eisele regelmäßig Regionalligaspiele.

Der ältere Bruder Migran sei Kickboxer und Fußballschiedsrichter, berichtet seine Tante Alice Sogamanian. Er habe an diesem Wochenende eine große Geburtstagsfeier in Glauberg geben wollen, erzählt ein deutscher Freund der Familie. »Davon spricht schon seit zwei Wochen die ganze Dorfjugend.« Beide Söhne seien bis zum Verlust der Arbeitsgenehmigung als Sicherheitsleute am Flughafen und im Maintower in Frankfurt berufstätig gewesen. Auch die Mutter habe halbtags gearbeitet.

Die Familie, die aus Aserbeidschan stammt, war von dort im Zuge des Konflikts um die Region Nagorny-Karabach nach Armenien gezogen. Armenier wurden damals in dem Nachbarstaat benachteiligt. Weil der Vater in Opposition zur armenischen Regierung war, habe die Familie 1997 das Land über Georgien nach Deutschland verlassen.

Alle Asylanträge abgelehnt

Ein erster Asylantrag wegen der Verfolgung als Armenier in Aserbeidschan sei abgelehnt worden, da es sich weniger um eine politische als um die Verfolgung einer Volksgruppe gehandelt habe, berichtet die Tante. Mit immer neuen Anträgen und Verfahren versuchte die Familie, nachdem sie 1998 aufgefordert worden war, Deutschland zu verlassen, zu erreichen, dass sie in Altenstadt bleiben kann. Auch den Petitionsausschuss des Landtages rief sie an. Ein Verfahren gegen die Ablehnung der Aufenthaltserlaubnis durch den Wetteraukreis ist noch beim Verwaltungsgericht anhängig.

Letztlich blieben alle Bemühungen ohne Erfolg. Dass die Familie dennoch nicht in ihre Heimat zurückgeschickt wurde, lag vor allem daran, dass nicht feststand, wo diese Heimat liegt. Denn die Sogamanians beriefen sich darauf, aus Aserbeidschan zu kommen, wo sie ursprünglich gelebt hatten.



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