Altenstadt (geo). »Das bisschen Bauen schaffen wir auch noch«, sagte C4-Energie-Vorstandsmitglied Bernd Köhler am Montag beim ersten Spatenstich für den Bau der Biogasaufbereitungsanlage an der Autobahn.
Erster Spatenstich für die neue Biogasanlage unweit der Autobahn mit (v. l.): Martin Klarmann, Thomas Weber, Joachim Arnold, Norbert Syguda, Bernd Köhler und Siegmund Laufer. (Fotos: Lori)
Köhler, Eon-Mitte-Vorstandsmitglied Thomas Weber sowie Eon-Mitte-Wärme-Geschäftsführer Siegmund Laufer läuteten die Bauarbeiten für das Biogasprojekt mit anschließender Einspeisung ins Erdgasnetz ein.
Auf dem 35 000 Quadratmeter großen Grundstück in Altenstadt sollen 55 000 Tonnen Rohstoffe pro Jahr verarbeitet werden. Mit dem daraus resultierenden 800 Kubikmeter aufbereitetem Erdgas können 6000 Haushalte mit Wärme und Strom versorgt werden. Eon wird ab Mitte 2011 das von der C4 Energie GmbH in der Anlage produzierte Rohbiogas kaufen. Anschließend wird es auf Erdgasqualität aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist. Einen entsprechenden Vertrag für die Lieferung des Rohbiogases hatten die Verantwortlichen beider Unternehmen bereits Ende 2009 unterzeichnet. Mindestens 15 Jahre wird Eon jährlich rund 48 Millionen Kilowattstunden Rohbiogas beziehen. »Wir wollen einen Beitrag leisten, um den Umstieg der Energiewirtschaft auf dezentrale, regenerative Energien zu unterstützen. Wir engagieren uns auch in der Forschung, um das Verteilernetz auf künftige Anforderungen der neuen Strukturen auszurichten«, erklärte Weber. Er prognostizierte die Inbetriebnahme der Gesamtanlage in einem Jahr.
Anlage soll in einem Jahr laufen
Das gemeinschaftliche Großprojekt ist mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro veranschlagt. Acht Millionen Euro steuert C4 Energie für eine Anlage zur Gaserzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen bei. Weitere rund sechs Millionen Euro kommen von Eon. Das eingespeiste Bioerdgas soll dem Erdgasnetz an anderen Standorten wieder entnommen und vor Ort mit Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Mehr als 100 landwirtschaftliche Betriebe aus der Region haben sich für bis zu zehn Jahre verpflichtet, die Rohstoffe für den Betrieb der Anlage zu liefern.
Landrat Joachim Arnold wies darauf hin, dass Biogasanlagen dazu beitrügen, die Klimaschutzziele des Wetteraukreises zu erreichen. »Es ist erklärtes Ziel, die Menschen und die Wirtschaft in der Wetterau zunehmend mit zukunftsfähigen und regenerativen Energien zu versorgen. Biogas als regenerativer Energieträger spielt dabei eine wichtige Rolle.« Energie aus Biomasse mache unabhängiger von Erdgas und Öl und sorge für Wertschöpfung vor Ort. »Fast alle haben bei diesem Projekt an einem Strang gezogen. Ich wünsche eine zügige und unfallfreie Umsetzung«, betonte Bürgermeister Norbert Syguda. Martin Klarmann, Sprecher der Anbauervereinigung, erklärte, dass bereits 860 Hektar Anbaufläche unter Vertrag seien. Er wünschte sich zur Ernte Mitte/Ende September eine fertige Siloanlage.