Altenstadt (geo). Sie malen mit Licht eine Kirche aus. Farben des Regenbogens fließen ineinander über, lösen sich auf. Nebelmaschinen wirken als Weichzeichner. Lichtsäulen entstehen im Altarraum. Muster spielen an den Wänden, über den Schemen der Zuschauer. Unter dem Motto »Licht Kunst Kirche« stand am Sonntag eine optisch eindrucksvolle Veranstaltung in der katholischen Kirche Sankt Andreas.
35 Stunden Aufbauzeit sind nötig, damit die Kirche in diesem Licht erstahlt.
Zu diesem Fest der Sinne hatte die Frauengruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands eingeladen. Anlass war das 50-jährige Bestehen der Kirche Sankt Andreas.
Den Kirchenraum neu erfahrbar zu machen, war das Ziel der Veranstalter. Dafür setzten Moritz Moxter und Juri Jurczyk, zwei 18-jährige Lichtkünstler aus Frankfurt, die Kirche ins rechte Licht, untermalt mit stimmungsvoller Orgelmusik (Dominika Krätschmer und Berthold Göbel) und Klängen von der Musikanlage. »Wir waren schon immer technisch interessiert und haben das in der Theater-AG unserer Schule ausgelebt«, erklärte Moxter. Für ihre Lichtspektakel sind die befreundeten Künstler seit drei Jahren bekannt. Auch in der Jona-Jugendkirche in Frankfurt und im Limburger Dom gefielen sie schon mit ihrem Event. Die Faszination liegt im Spiel mit Farben und Licht, unter Einbeziehung des gesamten Raums. Für das einstündige Spektakel in Altenstadt benötigte das Duo 35 Stunden Aufbauzeit. Technisches Equipment im Wert von 60 000 Euro kam zum Einsatz, darunter 24 Scheinwerfer.
Ihre Eindrücke konnten die Zuschauer bei einem Umtrunk in der Begegnungsstätte der Kirchengemeinde nachklingen lassen. Spenden für die Renovierung der 40-jährigen Orgel wurden gerne entgegengenommen. Da eine finanzielle Hilfe des Bistums Mainz nicht sicher ist, hat die Gemeinde eine Patenschaftsaktion gestartet.