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SPD verurteilt Schmierereien auf den Friedhöfen

Artikel vom 13.01.2012 - 20.46 Uhr

SPD verurteilt Schmierereien auf den Friedhöfen

Allendorf/Lumda/Gießen (pm). Entsetzt und verärgert zeigen sich die Kreistagsfraktion der SPD und ihr Vorsitzender Horst Nachtigall über Schmierereien mit NS- Symbolen und »Runen« auf dem Friedhof in Climbach am 10. Januar dieses Jahres.

Dort wurde die Aussegnungshalle mit einem Hakenkreuz und rassistischen Sprüchen beschmiert; außerdem auf Grabsteine schwarze Kreuze gemalt. Die Gießener Allgemeine berichtete über diese Ärgernisse in der hiesigen Region.

»Dies ist nun der vierte Vorfall mit NS – Schmierereien im Landkreis Gießen in den vergangenen Wochen«, stellt Dirk Haas, SPD –Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten beim Landkreis Gießen, fest. Um Weihnachten 2011 gab es ähnliche Schmierereien an der katholischen Kirche in der Gießener Nordanlage, an zwei Glascontainern in Reiskirchen – Hattenrod sowie auf dem Friedhof in Nordeck und Winnen.

»Der Kampf gegen rechte Gesinnung vor allem unter Jugendlichen muss weiter verstärkt werden«, so Haas. Die hohe Gefährlichkeit des Rechtsextremismus habe sich zuletzt auch durch die Aufdeckung der »Zwickauer Terrorzelle« gezeigt, die mutmaßlich die Morde an zehn ausländischen Geschäftsleuten zu verantworten habe. Schmierereien an Friedhöfen, wie sie hier vorgenommen wurden, seien nicht nur verabscheuungswürdig, sondern oft ein Anzeichen von hohem Kriminalitäts-Potential und demokratieferner Gesinnung. Haas: »Dem müssen wir entschieden und auch durch präventive Maßnahmen für Jugendliche entgegentreten. Für Jugendliche sind Hilfestellungen erforderlich, um rechtsextreme Gruppen verlassen oder sie als solche erkennen zu können. Schulsozialarbeit, Jugendpflege und Politik, aber auch die Bürger sind aufgefordert, aufmerksam gegenüber rechtsextremistischen Tendenzen besonders bei Jugendlichen zu sein.«

 

Projekte auch in Schulen

 

Vor diesem Hintergrund begrüßt die SPD – Kreistagsfraktion die Initiative der SPD geführten Kreisregierung zur Erlangung der Fördergelder des Integrationsprojekts XENOS. Durch Vorlage eines überzeugenden Konzeptes sei es dem Landkreis Gießen gelungen, in Zusammenarbeit mit dem Wetteraukreis und dem Amt für Lehrerbildung Frankfurt Fördermittel in Höhe von 3 Mio. Euro vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu erhalten, davon ca. 800.000 E für den Landkreis Gießen. Ab Beginn dieses Jahres sollen mit den Fördermitteln Projekte insbesondere an Schulen gegen Rassismus und Ausgrenzung und für mehr Toleranz durchgeführt werden.

Hierbei werden die Sozialarbeiter an Schulen als wichtige Mittler zu den Jugendlichen einbezogen.. Darüber hinaus werde das XENOS – Projekt mit bereits bestehenden Netzwerken, wie sie z.B. im Rahmen des Aktionstag »Gießen bleibt bunt« aktiv waren, zusammen arbeiten und diese in ihrer Arbeit unterstützen. Die aktuellen Ereignisse werden in einen »Atlas gegen Rassismus« einfließen, der nicht nur aufdecken will, welche rechtsorientierten Gruppen es im Großraum Gießen gibt, sondern auch Wege aufzeigen, wie solche Gefüge aufgebrochen werden können.

»Der Landkreis Gießen ist mit diesen im präventiven Bereich angesiedelten Projekten auf dem richtigen Weg im Kampf für mehr Toleranz«, ist Haas überzeugt, unterstreicht er in seiner Stellungnahme.

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Artikel vom 13.01.2012 - 20.46 Uhr
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