Nach 40 Jahren in der Schule wechselt er »an die Uni«
Der Schulleiter übergab dem Neu-Pensionär, der die GSL »nachhaltig geprägt« habe, bleibende Spuren und Lücken hinterlassen und vermisst werde, die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand und als Geschenk der Schule einen Gutschein für den nächsten Urlaub in St. Wolfgang.
Begonnen hatte Neumanns Verabschiedung musikalisch mit »Präludium C-Dur« aus dem »Wohltemperierten Klavier« und »Jesus bleibet meine Freude« von Johann Sebastian Bach, gespielt von den Musiklehrern Wolfgang Blume und Harald Krähe. Der 65-Jährige und die beiden Referendarinnen Diana Lotter und Hannah Pelludat, die ihre zweite Staatsprüfung abgelegt haben und die GSL verlassen, trugen dann den »Traum von einer menschlichen Schule« vor.
Bis dahin fehlten Schüler. 17 aus der 7a, alle um die 13 Jahre, kamen auf die Bühne und sprachen über ihren Traum von einer menschlichen Schule, in der nicht ausgelacht und geärgert, sondern das Gegenüber geachtet wird, in der sich Schüler gegenseitig helfen, statt unbedingt besser sein zu wollen, in der Lehrer keine Lieblinge bevorzugen, in der fair und gerecht benotet wird, in der Lernwillige gefördert werden, in der Schüler toleranter sind, ihre Meinung sagen, in Ruhe arbeiten können und nicht gestört werden, in der Ruhe und Gelassenheit herrschen, in der Leistung, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zählen.
Die 7a mit Klassenlehrer Markus Ewald dankte Neumann für eine schöne Zeit und gut gestalteten Unterricht und bekannte, er sei ihr sehr ans Herz gewachsen. Der Neu-Pensionär (»Schule ist ein Generationenvertrag«) war bewegt: »Ich bin richtig traurig, dass ich euch verlassen muss.« Kathrin Wollenhaupt aus der 7a wurde mit einem Schmuckkörbchen in die Ferien entlassen, weil ihr Zeugnis das letzte - von schätzungsweise 25 000 Zeugnissen - war, das der Rektor unterschrieben hatte.
Ehe der Lehrerchor mit dem Hit »Jo, so warn’s, die alten Paukersleut« aufwartete, in dem Neumanns Berufs- und Lebensweg skizziert wurde, und die »Lumdataler Schulspatzen« (Petra Karmann, Peter Karmann und Harald Krähe) aufforderten »Klaus, bleib do«, wandten sich die Personalratsvorsitzende Brigitte Heilmann und die Schulsekretärin Lydia Golda an Neumann. In ihren Ansprachen gaben sie zu erkennen, wie sehr sie den Stufenleiter in einigen Jahrzehnten als verständnisvollen und zuverlässigen Lehrer, Kollegen und Freund schätzen gelernt hatten. Brigitte Heilmann, Jahrgang 1946, versetzte in das Jahr 1952, in dem Klaus Neumann eingeschult worden war, und fragte: »58 Jahre Schule - wie hält man das nur aus?« Autoritäre Strukturen aufgebrochen und friedensbewegte Lehrer geworden, die Schüler zu selbstbewussten, kritischen und toleranten Demokraten erziehen wollen, charakterisierte sie die 40 Dienstjahre. Lydia Golda dankte für Vertrauen, Wertschätzung, Freundschaft und Verbundenheit. Neumann konnte Geschenke »einsammeln«.