Allendorf/Lumda (lom). Schon zum fünften Mal fand die Nikelsmarkteröffnung in der evangelischen Kirche zu Allendorf/Lumda statt.
Sorgte für einen beeindruckenden Abschluss des Benefizkonzertes zum Nikelsmarkt: der evangelische Kirchenchor Allendorf/Lumda. (Foto: lom)
Es koste - wie in den Jahren zuvor - keinen Eintritt, sagte der evangelische Gemeindepfarrer Stefan Schröder zur Eröffnung des Konzertes. Aber wie es sich für eine Benefizveranstaltung gehört, konnten am Samstagabend, am Reformationstag, die zahlreichen Gäste für die Fördervereine der Gesamt- und der Grundschule »Am Eulenturm« eine Spende geben. Für die Fördervereine waren Andrea Hilpert (Grundschule) und Harald Mattern (Vorsitzender GSL) unter den Gästen. Ganz besonders wurden Bürgermeister Horst Hormann und die beiden Marktfrauen Elfriede Müller und Ulrike Ziegler, die ihre Tätigkeit am Heimatabend beenden, eine Delegation aus Nouvion sur Meuse unter der Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters Denis Gilson (mit dem Dolmetscher Raphael Omokoko) sowie Stadtrat Werner Thielemann begrüßt.
Es folgte dann ein kurzweiliges und buntes Programm, so wie es Pfarrer Schröder versprochen hatte. Bürgermeister Hormann ging in seiner Begrüßung auf die am 2. März 1370 erhaltene Marktrechte und die Verpflichtung zum Singen, wie es im Freiheitsbrief festgehalten ist, ein. Im Vordergrund des Nikelsmarktes stehe immer noch die Qualität und nicht der Kommerz, so Hormann. Das »Trio« - Bürgermeister und Marktfrauen - seien froh, die Stadt repräsentieren zu können.
Die mitwirkenden Chöre und musikalischen Gruppen boten jede auf ihre eigene und besondere Art hervorragende musikalischen Leistungen. Der untere Kirchenraum stand den Mitwirkenden zur Verfügung. Dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Allendorf/ Lumda unter der Leitung von Friedhelm Schäfer (für die Gäste nicht sichtbar platziert) war es vorbehalten, das fünfte Benefizkonzert mit dem »Einzug« von »Traugott Fünfgeld« musikalisch zu eröffnen. Später brachte er noch das Musikstück »Lobet den Herren« (Rondo) dar.
Der Gesangverein »Teutonia« Nordeck unter der Leitung von Thorsten Schön zeigte nicht nur bei den beiden vorgetragenen Liedern »Let us bread together« (Traditional Spiritual) und »Alleluja« von Douglas Brenchley, das Musik Freude macht. Dirigent Schön fand noch Zeit, mit den jüngeren Sängerinnen ein Späßchen zu machen, was gut ankam.
Dem Männerchor des Gesangvereins »Liederkranz« Climbach unter der Leitung von Werner Volk gelang es mit dem Lied »Arcobaleno« von Charles Lewinski (Text) und Heinz Giez (Musik und Chorsatz), die Schwierigkeit vom schnellen Singen bis hin zum langsamen und zum lauten und leisen in eindrucksweiser Form zu variieren. »O Herr, gib Frieden« (D. Schüssler) war der zweite Liedbeitrag des Männerchores aus Climbach.
Es folgte die Flötengruppe der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Hiltrud Erbach mit den Beiträgen »Nr.10 aus den 12 Kegelduetten« von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 487) und »Second Boogie Exercise« von Herwin Peychär. Der Kirchenchor der Zionsgemeinde der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) unter der Leitung von Kurt Schneider kam mit den beiden Liedern »Wie lieb sind mir deine Wohnungen« (Psalm 84) von Matthias Kiemle und »Auf Gott allein will hoffen ich« von Felix Mendelssohn Bartholdy ebenso gut an, wie der Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde Winnen unter der Leitung von Barbara Frank, der sich die Lieder »Lobt und preist den Herrn« (Purcell) und »Vater unser im Himmel« (Kedrova) ausgesucht hatte. Überraschen und überzeugen konnten die 15 Frauen- und zwei Männerstimmen, die mit Abstand älteste und in kleinster Besetzung als Chor vor dem Alter auftraten. Wer dachte, es könne keine Steigerung mehr geben, der hatte sich getäuscht. Schon der Einmarsch des evangelischen Kirchenchores unter der Leitung von Irmtraud Keiner mit einem Lied aus Afrika, »Siyahamba« (Satz von Doreen Rouh), bei dem Michael Scharping als Trommler schon Aufsehen erregte und die Zuschauer begeistert mitklatschten, war ein musikalischer Genuss. Es folgte noch »Ehre sei Gott in der Höhe« von Dimitri Bortnjanski und »Rouh eawwer’m Feald« von Wolfgang Schleenbecker.
Zum Schluss wurde dann gemeinsam das Lied »Kein schöner Land in dieser Zeit« gesungen - ein wenig zu Ehren des Lumdastädtchen und seiner »fünften Jahreszeit«, der Nikelsmarktzeit.