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Allendorf/Lumda: Stadtwald stark geschädigt

Artikel vom 11.08.2010 - 11.30 Uhr

Allendorf/Lumda: Stadtwald stark geschädigt

Allendorf/Lumda (jwr). »Kyrill« und »Emma« und »Xynthia« - die durchaus wohlklingenden Namen, mit denen die Meteorologen die großen Stürme der vergangenen Jahre versehen haben, verbergen, wie heftig diese Orkane bzw. Stürme wüteten und welche deutlichen Spuren sie hinterließen.
Auf dieser rund vier Hektar großen Kahlfläche im Markwald südlich von Climbach verläuft die Wiederaufforstung laut Revierförster
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Auf dieser rund vier Hektar großen Kahlfläche im Markwald südlich von Climbach verläuft die Wiederaufforstung laut Revierförster Peter Krautzberger »knapp befriedigend«. (Foto: jwr)
Auch im Wald von Allendorf/Lumda, der 654 Hektar umfasst und - da im kommunalen Besitz - Eigentum der Bevölkerung ist, steht die Forstwirtschaft ganz im Zeichen der Beseitigung von Sturmschäden. Sie diktieren für Revierförster Peter Krautzberger und seine Mitarbeiter im Wald gewissermaßen die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsschwerpunkte. Im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung« ging der Forstbeamte auf die schwierige Wiederaufforstung, die Kurzlebigkeit forstwirtschaftlicher Planungen und anderes mehr ein.

Wie sehr die Wetterkapriolen und Wetterunbilden der vergangenen Jahre den Wald in Mitleidenschaft gezogen und die Forstwirtschaft vor Herausforderungen gestellt haben, macht ein Vergleich mit den ursprünglichen Planungen deutlich. Alle zehn Jahre wird von Experten in den einzelnen Abteilungen eine »Inventur« des Waldes vorgenommen. Für Allendorf/Lumda stammt das bisher letzte Forsteinrichtungswerk, so der Fachbegriff für den Zehn-Jahre-Plan einschließlich Prognose, der Kalkulation der Beforstungskosten und der Richtlinien für die Waldnutzung, aus dem Jahr 2003. Die Forsteinrichtung hatte damals ergeben, dass der kommunale Wald »nach neuestem Kenntnisstand durchforstet gewesen ist«, so Krautzberger. Vorgesehen war, dass in zehn Jahren 35 Hektar wiederaufgeforstet werden. Schon jetzt sind es aber mehr als 100 Hektar. Außerdem sollten von 2003 bis einschließlich 2009 laut Forsteinrichtung 32 000 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Bis Ende dieses Jahres werden es allerdings rund 60 000 Festmeter sein.

Und eine weitere Zahl ist erschreckend: Im Jahr 2003 wegen Trockenheit und in Folgejahren durch Sturmschäden waren etwa 15 Prozent der städtischen Waldfläche kahl gefallen. Normal ist nach Angaben des Revierförsters ein Rückgang um etwa ein Prozent pro Jahr.

Allerdings wird der Wald auf lange Sicht nicht verschwinden - im Gegenteil: Die Bäume, so erklärt der Diplom-Forstingenieur, werden sich etwa landwirtschaftliche Flächen in Waldnähe zurückerobern, wenn sie dauerhaft brach liegen. »Der Wald als solcher ist nicht in Gefahr, aber wir müssen uns fragen: Ist es noch der Wald, den wir uns wünschen?«, gibt Krautzberger zu bedenken.

Statt Waldflächen wie geplant zu »durchforsten«, also die besten Bäume zu »fördern« und schlechter entwickelte auszusortieren, sind Krautzberger und seine Mitarbeiter in diesem Jahr mit der Aufarbeitung der Sturmschäden beschäftigt. Dabei ist kaum mehr möglich, als sich um die »Brennpunkte« zu kümmern. Ihm, so der Förster, bleibt neben vielen Stunden im Büro und im Auto nicht sehr viel Zeit, »seinen« Wald wirklich in Augenschein zu nehmen. »Als ich 1991 nach Allendorf kam, kannte ich meinen Wald noch«, erinnert er sich. Er hatte damals deutlich weniger als 1000 Hektar zu betreuen, inzwischen sind es sehr viel mehr als 1000 Hektar. Weil das Revier nun auch die Waldungen der Gemeinde Rabenau umfasst, sei es viel schwieriger geworden, den Überblick zu haben und zu behalten.

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Artikel vom 11.08.2010 - 11.30 Uhr
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