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Volles Zelt beim VdK-Landestreffen

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Artikel vom 03.06.2012 - 16.49 Uhr

Volles Zelt beim VdK-Landestreffen

Draußen herrschte Volksfeststimmung, während drinnen vor allem über Sozialpolitik gestritten wurde. Rund 5500 Mitglieder des VdK Hessen-Thüringen kamen am Samstag nach Angaben des Sozialverbandes zum Landestreffen im Festzelt des Hessentags zusammen.

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Udo Schlitt spricht beim VdK-Landestreffen
© one
Der Landesvorsitzende Udo Schlitt sprach sich dabei für einen Mindestlohn von zehn Euro und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer aus. Der als Redner geladene Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier verteidigte indes den Kurs der Landesregierung.
Das große Thema von Udo Schlitt war die Armut von jungen Menschen, Familien und  Rentnern. Deftig fiel seine Rede aus, die an vielen Stellen mit Beifall bedacht wurde. Deutschland habe den größten Niedriglohnsektor Europas, sagte Schlitt: »Mit diesen Hungerlöhnen muss nun Schluss sein.« Schlitt forderte deshalb, einen Mindestlohn von zehn Euro, um ein Rentenniveau über der Grundversorgung zu halten.
Dass vor allem zu wenig gegen die Armut von jungen Menschen getan werde, sah Schlitt damit belegt, dass immer mehr Menschen auf Einrichtungen wie Tafeln angewiesen seien. Dies sei beschämend für ein reiches Land, in dem der Wind im sozialen Bereich immer kälter blase. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch die »Energiearmut«, bei der in immer mehr Haushalten sprichwörtlich das Licht ausgehe, weil das Geld nicht für die Stromrechnung ausreiche. Eine Lösung, so der Landesvorsitzende, wäre ein »Sozialtarif« für Energie und Anpassungen bei der Grundsicherung und Harz IV.
Es müsse auch »Schluss sein mit Steuergeschenken für Reiche und Superreiche«, sagte Udo Schlitt. Er forderte im Namen des Landesverbandes, dass nach Leistungsfähigkeit besteuert werde. Zudem die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, eine Anhebung der Spitzensteuersatzes und eine Finanztransaktionssteuer. Die Rente mit 67 nannte Schlitt ein »Rentenkürzungsprogramm«, und rief den Mitgliedern zu: »Man kann die Rente mit 67 auch wieder ändern«.   
Ministerpräsident Volker Bouffier verteidigte indes die Leistungen seiner Regierung und würdigte vor allem die starke Beteiligung am Landestreffen als »ein machtvolles Zeichen«. »Es ging uns noch nie so gut wie heute«, sagte der Gießener, Deutschland sei ein »Erfolgsmodell, um das wir auf der ganze Welt beneidet werden«.
Der VdK-Landesvorsitzende habe in seiner Rede »ein Zerrbild« gezeichnet. »Wenn man die Armutsquote in Hessen gesenkt hat, dann darf man sich darüber freuen«, entgegnete der Ministerpräsident einigen VdK-Mitgliedern, die ihn für diese Aussage mit Pfiffen bedachten. Er erinnerte daran, dass der Schuldenabbau Priorität genießen. Bei der Forderung nach einem gleichbleibenden Rentensatz sei man sich indes einig, sagte Bouffier.
Trotz einiger Meinungsverschiedenheiten lobte der Ministerpräsident den VdK-Landesverband als einen »anerkannten, wichtigen und streitbaren Partner« und dankte für die gute Zusammenarbeit bei der Erstellung des Landessozialberichts.    (one/Foto:one

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