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Rosa Loy präsentiert Gemälde voller Rätsel

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Artikel vom 23.03.2011 - 19.58 Uhr

Rosa Loy präsentiert Gemälde voller Rätsel

Die Leipziger Malerin Rosa Loy stellt in der Kunsthalle aus. Ihre Ausstellung, die am Samstag, 26. März, um 18 Uhr eröffnet wird, ist noch bis zum 26. Juni zu sehen.

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Rosa Loy vor ihrem Gemälde »Trost«. (Foto: dkl)
Freunde figurativer Malerei und symbolistischer Bildwelten sollten diese Ausstellung in der Kunsthalle auf keinen Fall verpassen. Rosa Loy aus Leipzig präsentiert neueste Arbeiten, die in dem großzügigen Ausstellungsraum im neuen Rathaus bestens zur Geltung kommen. Bei der Pressevorbesichtigung erzählte Loy auf sympathische Art von ihrer Malerei.

Sie sei in einer Familie groß geworden, in der alle gemalt haben. Insofern gehörte das für sie von Kindheit an ganz selbstverständlich dazu. Zunächst absolvierte sie jedoch ein Gartenbaustudium, arbeitete auch fünf Jahre in dem Beruf, bevor sie das Studium der Malerei an der Leipziger Akademie begann. »Ich habe Hobby und Beruf sozusagen ausgetauscht«, lacht sie. Bis heute ist die Natur ihr sehr wichtig, dient ihr der Garten zur Entspannung. Und auf ihren Gemälden sind Landschaften oder einzelne Pflanzen ein wichtiges Element. »Das wirkt teilweise wie ein Paradiesgärtlein aus der mittelalterlichen Tafelmalerei«, so Kunsthallenleiterin Dr. Ute Riese.

Immer wieder tauchen Topoi der Kunstgeschichte auf, sei es in Figurenkombinationen, deren Kleidung oder sie umgebender Symbolik. Viele Kompositionen sind verrätselt, da helfen auch die Bildtitel nicht immer weiter. Beim allerneuesten Bild »Demut« etwa: Da wird von zwei Frauen eine Kerze im Schatten einer Staffelei positioniert, im Hintergrund sind Häuser zu erkennen, und am Himmel scheinen rosa getönte Blitze aus den Wolken zu kommen. Auf anderen Bildern ringt eine Frau mit ihrer »anderen Seite« oder droht im »Küchenchaos« zu versinken.

Für sie stehe die Farbmalerei im Zentrum ihres Schaffens, erzählt Rosa Loy, sie gehe aus von formalen Kompositionen, bei denen die Figuren die spannende Zutat sind. Es sei immer noch merkwürdig für sie, dass sie seit der Wiedervereinigung quasi rechtfertigen soll, warum sie so malt wie sie malt. »Ich bin mit der figurativen Malerei groß geworden, ich habe das in Leipzig aufgesogen, es ist für mich einfach selbstverständlich.« Umgekehrt fragt sie sich, wie die Menschen im Westen eigentlich die ganzen Jahre mit der abstrakten Malerei klar gekommen sind. »Haben sie die Menschen nicht vermisst auf den Bildern?« Es sei für sie immer noch erstaunlich wie 40 Jahre getrennte Entwicklung unterschiedliche Blicke und andere (Bild)Sprachen hervorgebracht haben. Zur Auseinandersetzung mit der neuen Gesellschaftsform gehörte auch die Erkenntnis, dass Frauen einen anderen Stellenwert haben. »In meiner Familie, in meinem Umfeld war es selbstverständlich, dass die Frauen arbeiteten, auch in technischen Berufen.« Wer will das, nur Mutter sein, so fragte sie sich in den 90ern. Also beschäftigte sie sich mit der Geschichte der Frauen, so wurde auch selbstverständlich, dass in ihren Bildern hauptsächlich Frauen zu sehen sind. Frauen, die handeln und ganz versunken sind in ihr Tun. Ähnlich wie die Malerin selbst ihr Arbeiten im Atelier erlebt.

Überhaupt ist vieles in ihren Gemälden eigenes Erleben, das mit verschiedenen Eindrücken zusammengebracht eine ganz eigene Art der Montage wird, die Betrachtenden viel Freiraum für eigene Assoziationen lässt. Zunehmend aufgelockerter ist ihre Malerei, sie ist nicht mehr so kompakt-plakativ, sondern mit offenen, vermeintlich unfertigen Stellen, was Spannung in die Komposition bringt. Auch dies lässt sich im Bildvergleich gut feststellen. Für die Gießener Ausstellung hat Loy das Bild »Manna« fertiggestellt, das nun neben »Pflug« im großen Schaufenster der Kunsthalle vom Berliner Platz her zu sehen ist.

Im Hatje Cantz Verlag erscheint im Mai/Juni eine neue zweisprachige (dt./engl.) Publikation über Rosa Loy mit Texten von Ute Riese, Barbara Steiner (Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig) und einem poetischen Text von ihrem Lebensgefährten, dem Maler Neo Rauch. Zudem hat Rosa Loy ein Künstlerplakat entworfen, das in limitierter Auflage gedruckt wurde und bei der Vernissage für 10 Euro zu erwerben ist, mit Signatur. Aus dem umfangreichen Begleitprogramm ist der Maltag mit Rosa Loy schon ausgebucht. Zur Eröffnung am Samstag um 18 Uhr begrüßt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die Einführung übernimmt Dr. Ute Riese.

Dagmar Klein

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Artikel vom 23.03.2011 - 19.58 Uhr
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