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Klopsch und der große Traum von »Ulümpia«

Artikel vom 09.08.2012 - 23.00 Uhr

Klopsch und der große Traum von »Ulümpia«

Für Christiane Klopsch geht in diesen Tagen ein Traum in Erfüllung. Der Traum von »Ulümpia«. Die Leichtathletin aus Butzbach-Maibach musste herzlich lachen, als sie nach der Nominierung für die Olympischen Sommerspiele in London einen Zettel im Briefkasten fand.

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Begeistert vom Flair: Christiane Klopsch in London, im Hintergrund das Aquatic Center (l.) und das Olympiastadion. (mac)
Es war die Kopie einer Seite aus einem »Freundschaftsbuch«, die eine Nachbarin eingeworfen hatte. Als junges Mädchen hatte Klopsch darin eingetragen, dass sie irgendwann einmal als Sportlerin zu »Ulümpia« möchte – so wie man es spricht.

Die 21-Jährige ist am Ziel. Sie gehört als eine von fünf 400-m-Läuferinnen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zum Team der deutschen 4x-400-m- Staffel, die am Freitagabend um 20.10 Uhr (MESZ) im Olympiastadion um den Finaleinzug kämpfen wird. Der Endlauf ist für Samstagabend vorgesehen. Ob Klopsch heute an den Start gehen wird, ist allerdings noch offen. Die endgültige Formation wird Bundestrainer Tobias Kofferschläger zwar wohl erst im Laufe des heutigen Vormittags festlegen, momentan gilt die Studentin aber als Ersatzläuferin. »Ich wäre natürlich gerne dabei, aber ich rechne eher damit, dass ich zuschauen muss«, sagt Klopsch, die noch beim fünften Platz bei der EM in Helsinki zur Staffel gehörte und mit einer guten Leistung dazu beigetragen hat, dass die 4x-400-m-Kombo in London überhaupt antreten darf. »Im Grunde habe ich es mir selbst vermasselt«, erzählt Klopsch. Beim letzten Leistungstest der Läuferinnen am 27. Juli in Weinheim lief die Butzbacherin in 53,97 Sekunden eine schlechte Zeit über die Stadionrunde. »Die anderen vier Mädels waren besser«, gibt sie offen zu. »Ich habe mir mental den größten Stress gemacht. In dieser Saison habe ich generell ein Kopfproblem. Vielleicht wegen Olympia. Daran muss ich im nächsten Jahr arbeiten«, sagt Klopsch, die in den Wochen nach London mit ihrem Freund eine Wohnung in Friedberg beziehen wird.

Anfangs habe sie sich sehr geärgert, dass sie den Platz in der Staffel in Weinheim nicht behaupten konnte. »Es wird hart, wenn ich nach dem gemeinsamen Aufwärmen dann nicht in den Innenraum dürfte«, erzählt sie. »Aber so ist es. Ich hätte eben schneller laufen müssen.« Klopsch sucht die Schuld nicht bei anderen und versucht, dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen. »Ich werde zwar am Freitagabend genauso nervös sein wie die anderen, aber ich kann den ganzen Rest vielleicht ein bisschen mehr genießen, wenn ich nicht am Start bin. Die Freude, dass ich bei Olympia bin, überwiegt.« Traurig ist sie trotzdem.

Im riesigen Einkaufszentrum Westfield, nur einen Diskuswurf vom Olympiastadion entfernt, herrscht großer Trubel. Im roten Nationaldress und mit der Akkreditierung der Athletinnen und Athleten um den Hals fällt Klopsch natürlich auf. Dies mag aber auch daran liegen, dass die hübsche blonde Frau ständig lächelt. Sie ist zufrieden. Das fällt auch einem Maler auf, der am Nebentisch sitzt und ein großes Olympiabild zeichnet. Marc Ahr – so heißt der Künstler – möchte auch Klopsch darauf verewigen. »Ich male dich hierhin, direkt neben Usain Bolt«, verspricht er. Klopsch stellt sich in Läuferpose. Wenig später sieht man die Butzbacherin neben dem Star aus Jamaika – wenn auch nur auf dem Bild. »Ich bin ja hier nur eine kleine Athletin«, sagt Klopsch fast entschuldigend und erzählt, dass es für sie beeindruckend war, in diesen Tagen neben US-Sprinterin Allyson Felix trainieren zu können.

Das olympische Dorf sei eine faszinierende Kleinstadt, die Mensa gigantisch, das Speiseangebot überwältigend. In der vier Fußballfelder großen Kantine gibt es Mahlzeiten aus aller Herren Ländern. Erstmals werden in London auch afrikanische Speisen angeboten. »Ich bin am ersten Tag mit meinem Tablett herumgeirrt und wusste einfach nicht, was ich auswählen sollte«, erzählt Klopsch. Beim Goldwurf von Robert Harting war sie im Stadion, auch am Tag danach bei der Siegerehrung für den Diskuswerfer. »Das war unglaublich. Die Nationalhymne. Die vielen deutschen Fahnen.« Beim Erzählen bekommt Klopsch Gänsehaut. »Diese Erlebnisse sind eine große Motivation, weiterhin hart zu arbeiten«, sagt sie. Das glaubt man aufs Wort.



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Artikel vom 09.08.2012 - 23.00 Uhr
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