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Hambüchen: »Das Reckfinale wird brutal«

Artikel vom 04.08.2012 - 20.43 Uhr

Hambüchen: »Das Reckfinale wird brutal«

Fabian Hambüchen stand am Freitagmittag im Deutschen Haus in London am Büffet und griff zu einer Käsestange. Sie schmeckte. Das sah man deutlich. »Ich bin froh, jetzt noch das Reckfinale zu haben«, sagte der Turner aus Wetzlar-Blasbach im Gespräch mit unserem Sportredakteur Marc Schäfer.

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Nach dem eher enttäuschenden 15. Platz im Mehrkampffinale, in dem Hambüchen zuletzt zwei Patzer unterliefen, will er am Dienstag an seinem Paradegerät noch einmal angreifen.

»Ich gehe volles Risiko und versuche, perfekt zu turnen. Wer im Finale steht, will natürlich eine Medaille. Aber das Niveau ist so hoch, dass man nichts vorhersagen kann. Das Reckfinale wird brutal«, sagt Hambüchen. Bereits am Montag geht indes der Olympia-Traum für Marcel Nguyen weiter. Der Münchner hatte im Mehrkampf überraschend die Silbermedaille geholt und hat nun noch zweimal die Gelegenheit, seine Sammlung zu erweitern. Am Montag steht er im Finale am Boden, am Dienstag turnt er dann am Barren. Das kann er eigentlich am besten. »Nichts ist unmöglich«, sagt Nguyen deshalb vielsagend und lächelt dabei ähnlich verschmitzt wie am Mittwochabend, als er in der imposanten North Greenwich Arena das Podest bestiegen und Deutschland die erste olympische Mehrkampfmedaille nach 76 Jahren gesichert hatte.

»Absolut fokussiert«



Den freien Donnerstag nutzte Hambüchen, um ein wenig abzuschalten. Mit seinem Vater Wolfgang, seinem Onkel Bruno und seiner Freundin Caroline war der Turner in der Stadt unterwegs. »Wir sind ein bisschen rausgefahren. Jetzt bin ich wieder frisch motiviert und habe neue Kraft getankt. Ich bin absolut fokussiert«, erzählte der Reck-Weltmeister von 2007, der zuletzt in den Olympia-Qualifikationen an der Querstange bärenstarke Übungen geturnt hatte.

Dennoch steckt ihm der Mehrkampf noch in den Knochen. »Das muss ich erst mal verarbeiten. Ich rufe mir aber auch immer wieder hervor, dass ich glücklich darüber sein kann, dass ich nach meinem Achillessehnenriss in den Mehrkampf zurückgekommen bin«, erklärte Hambüchen. Zum Auftakt am Seitpferd und später am Sprung hatte das Kraftpaket in London gepatzt. »Der Sturz beim Sprung war schon ein dicker Fehler. Aber das ist Sport. Ich bin keine Maschine. Das kann passieren«, so der 24-Jährige, dem die Kampfrichter am Pferd bei der Schere in den Handstand zudem eine Bewegung nicht anerkannt und ihm damit schon den Auftakt in den Wettbewerb verdorben hatten. Ein Protest der deutschen Riege wurde sofort abgelehnt. Das Rennen war für den Wetzlarer schnell gelaufen. Das spätere Missgeschick am Reck, das er auch vorzeitig verlassen musste, nimmt Hambüchen locker. »Da bin ich übertrieben hohes Risiko gegangen, um für Dienstag zu testen, denn im Mehrkampf hätte ich sowieso nichts mehr holen können.«

Ungewohnt dürfte für Hambüchen die Situation nach dem Mehrkampffinale dennoch gewesen sein. Der Mann, der normalerweise die Journalisten um sich herum versammelt, konnte die Halle weitgehend unbefragt verlassen. Die Aufmerksamkeit galt an diesem Abend Nguyen. »Ich freue mich sehr für Marcel. Seine Leistung war grandios«, sagte Hambüchen gestern noch einmal, nachdem er seinem Kollegen bereits unmittelbar nach dem Finale herzlich gratuliert hatte. Bei der Medaillenpräsentation und der kleinen Feier von Nguyen am Mittwoch im Deutschen Haus war Hambüchen allerdings der einzige Turner aus der deutschen Riege, der fehlte.



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Artikel vom 04.08.2012 - 20.43 Uhr
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